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Geschichte |
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Auf dieser Seite informieren wir Sie umfangreich über die
bisherige Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg. Wir beginnen
mit den Anfängen des Brandschutzes im Jahre 1739 unter dänischer
Herrschaft, gehen über die 125-Jahr-Feier im Jahre 2002 bis hin zu dem
heutigen Tag.
Aus den Anfängen des Brandschutzes und der Feuerwehr in der Herrschaft Pinneberg Am 29. August 1739 erließ Dänenkönig Christian VI. – der Flecken Pinneberg war zu dieser Zeit dänisch – die „Königliche Generale Brand-Gilde und Assecurance-Casse-Verordnung für die Herrschaft Pinneberg“.
Diese Verordnung regelte aber nicht nur die Feuerversicherung, wie der Titel vermuten ließe, sondern im 1.Teil Bau- und Verhaltensvorschriften zur
Feuerverhütung und im 2.Teil die Brandbekämpfung also die Feuerwehr, die folglich eine Pflicht- oder Zwangsfeuerwehr für alle Hausbesitzer war.
Ein erstes Spritzenhaus wird auf dem Dreieck Rübekamp/ Dingstätte gebaut. Im Jahre 1801 bekommt der Branddirektor eine eigene Uniform
verordnet. Jedes Gebäude erhielt eine Brandkataster-Nummer. 1862, also noch zur „dänischen Zeit“, wird das Spritzenhaus abgebrochen, weil sich der Baron Dirckling-Hohmfeld dort ein Wohnhaus errichten will. Die Brandwehr zieht in ein neues, größeres Spritzenhaus in die Lindenstraße auf dem
heutigen Schulhof der Karl-Sörensen-Schule.
Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Pinneberg
Am
1. November 1877 folgte die dritte Generalversammlung auf der bestimmt
wurde, dass bei Feuer einer der Hornisten den Kommandeur zu wecken habe,
um anschließend mit den anderen Hornisten durch die eingeteilten Straßen
der Stadt zu eilen und das Feuerhorn zu blasen habe. Die Häuser der
Hornisten versah man mit Meldeschildern. Ein
Ehrengericht wurde gewählt, das am 4. Dezember 1877 erstmalig zusammen
trat. So hatte sich das Ehrengericht z. B. mit Sündern zu
befassen, die „nach beendeter Löschübung in Uniform noch nach 23.00 Uhr
abends in Lokalen weitere Löschversuche auf eigene Faust unternommen
haben“. Die Ausrüstung im ersten Jahr war noch recht bescheiden. Außer einigen Hakenleitern und einer Spritze mit 20 Meter Schlauch war so gut wie nichts vorhanden. Doch der Diensteifer der Freiwilligen, die sich um ihren Hauptmann Steen scharten und pünktlich zu den Übungsstunden kamen, trug bald im Ernstfall seine Früchte.
Auf einer Generalversammlung forderte man, passive Mitglieder zu suchen, die bereit sind, einen Jahresbeitrag von zwei Mark zu zahlen, um Schulden abzudecken. Für Löschhilfe bei Nachbargemeinden sollte ein Betrag von 150 Mark genommen werden. Mit Mehrheit wurde Bürgermeister Gätjens zum Ehrenmitglied ernannt. Regenjacken, Handschuhe und Beile wurden angeschafft. 1879 wurde eine Unterstützungskasse gegründet. An jedem ersten Donnerstag im Monat trat der Vorstand zusammen. Die Kasse wies einen Betrag von 71,58 Mark aus. Man beschloss, einen Verbandstag nach Pinneberg zu berufen. 600 Bürger unserer Stadt erklärten sich bereit, auswärtige Kameraden als Gäste aufzunehmen. Eine Offerte über Nebelhörner wurde angefordert. Der Kontakt zur Bevölkerung sollte verbessert werden. Bei Feuer wurde ein Posten am Spritzenhaus abgestellt. Verstorbene Kameraden trug man in Uniform zu Grabe. Alle zwei Jahre wurden die aktiven Mitglieder durch Handschlag neu verpflichtet. Aus den Reihen der Turner ergänzte sich laufend die Pinneberger Wehr, so dass vom Jahre 1882 ab nur noch kerngesunde Bürger aufgenommen wurden. Die Feuermeldestellen richtete man ein, und zwar in der Bahnhofstraße und in der Mühlenstraße. 100 Meter Schlauch und 3 Schlauchhaspeln wurden angeschafft sowie mehrere Brunnen im Stadtgebiet errichtet. Der Hornist W. Matthießen forderte die eventuelle Gründung eines Spielmannzuges. An rege Dienstbeteiligung wurde appelliert, da sonst der Ausschluss erfolgte. Die Statuten sollten geändert werden. Hierfür ernannte man eine Kommission. Für besondere Anlässe veranstaltete man einen Fackelumzug. 1884 machte die gesamte Wehr einen Fußmarsch nach Borstel. Die Dienstbeteiligung ließ teilweise zu wünschen übrig. Daher wurde festgesetzt, dass für dreimaliges unentschuldigtes Fehlen der Ausschluss erfolgte. Mit einer Einlage von 100 Mark wurde eine Feuerwehrunterstützungskasse gegründet. Jeder Kamerad musste sich ab sofort mit 50 Pfennig daran beteiligen. Es wurde beschlossen, dass Kameraden, die längere Zeit krank waren, 25 bis 40 Mark je nach Bedürftigkeit aus der Unterstützungskasse erhalten. Spenden und sonstige Einnahmen gingen ebenfalls in die Kasse für bedürftige Kameraden.
1889 hatte die Wehr 67 aktive Feuerwehrmänner. Die Neuverpflichtung aller Kameraden fand jetzt alle 3 Jahre statt. Den vierten Kreisfeuerwehrtag des Kreises Pinneberg berief man 1896 nach Pinneberg. Im gleichen Jahr wurde das Spritzenhaus in der Lindenstraße renoviert und erweitert, außerdem erhielt es einen Schlauchtrockenturm.
Hauptmann Steen schied am 17. November 1904 aus und wurde zum Ehrenhauptmann ernannt. Die Versammlung wählte einstimmig Claus Glismann zum 1. Hauptmann. 1905 kam die erste mechanische Schiebeleiter in der Stadt Pinneberg zum Einsatz. Mit dieser Schiebeleiter wurde die Rettung von Personen und die Feuerbekämpfung auch in größeren Höhen wesentlich erleichtert. Durch
Beihilfe der Stadt und einiger Bürger wurde ein Rauchhelm angeschafft. Die
hierfür benannten Kameraden erhielten ihre Ausbildung bei der Altonaer
Berufsfeuerwehr. Bei der Firma Wille in der Bahnhofstraße wurde eine
Dampfsirene installiert. Jeder Kamerad erhielt einen Lederschmalgurt, der
Preis betrug 2,25 Mark. Eine Mark musste jeder selber tragen. Der Rest wurde
aus der Kameradschaftskasse bezahlt.
Für Nichterscheinen bei einer Übung musste ein Strafgeld von 50 Pfennig bezahlt werden. Die Steigerleinen tauschte man nach 25 Jahren aus. 1910
verpflichtete man bestimmte Kameraden, die im Ernstfall mit ihren Pferden für
die Bespannung der Löschgeräte sorgten. Als Entschädigung wurden 5 Mark
vereinbart, die der bekam, der als Erster mit seinen Pferden am Spritzenhaus
war. Im Jahre 1913 begann man in der Stadt die öffentliche Wasserversorgung aufzubauen. Die eingebauten Hydranten sicherten im Brandfall einen schnelleren und besseren Löscherfolg. Hauptmann
Glismann wurde wiedergewählt. Der Dienst fand ab sofort monatlich statt. Zu
einer außerordentlichen Versammlung im Jahre 1914 kamen 62 Kameraden. 17
aktive Feuerwehrmänner befanden sich im Heeresdienst.
Wehrführer Glismann trat am 12. Juni 1919 zurück und wurde zum Ehrenhauptmann ernannt. Sein Nachfolger wurde Friedrich Strupp. 1920 setzte man fest, dass an jedem zweiten Donnerstag im Monat Dienst ist.
Im Januar 1921 erfolgte die Gründung einer Musikkapelle unter Leitung des Kapellmeisters Schmidt. Zu erwähnen sei noch, dass die Stadt im Jahre 1925 für die Wehr 90 neue Joppen anschaffte. Die immer noch bestehende Pflichtfeuerwehr (städtische Feuerwehr) wurde am 12. Juli 1923 aufgelöst. Die letzten Mitglieder hatten zur Freiwilligen Feuerwehr, die inzwischen die meisten Aufgaben übernahm, gewechselt. Im Jahre 1926 wurde festgesetzt, dass derjenige, der zuerst mit seinen Pferden am Gerätehaus war, zehn Mark bekommt. Bei einer Zählung der Hydranten wurden 32 Ober- und 85 Unterflurhydranten vermerkt. 1927 erfolgte die Gründung der Löschgruppe Waldenau. Da in diesem Jahr die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg 50 Jahre bestand, machte die Stadt der Wehr mit einer neuen Automobil-Motorspritze ein besonderes Geschenk. Gleichzeitig hielt man am 6. April des Jahres 1927 die letzte Übung am alten Gerätehaus in der Lindenstraße ab. Am 16. Juni zogen die Kameraden mit ihren Geräten in die neue Wache an der Bismarckstraße ein. 1929
installierte man eine so genannte Weckerlinie, durch die dann die
Alarmierung erfolgte. Zur Vervollständigung der Fahrzeuge schaffte man
einen Mannschaftstransportwagen an. Ab April 1930 gab es jeden Sonnabend
Probealarm über die Weckerlinie.
1931 verfügte die Wehr über 110 aktive Kameraden. 1933 trat Friedrich Strupp als Hauptmann zurück und somit wurde am 8. April Oberbrandmeister Arnold Seeger zum neuen Wehrführer gewählt. Die Amtszeit von Kamerad Seeger betrug nur 1 Jahr, denn bereits 1934 kam Hauptbrandmeister Wilhelm Siegert an die Spitze der Wehr. Nach 1933 wurde, im Zuge der Zeit folgend, der Freiwilligen Feuerwehr ihr Vereinscharakter genommen und sie der Feuerlöschpolizei unterstellt. Als deutliches äußeres Anzeichen wurden alle vorhandenen Löschfahrzeuge dunkelgrün lackiert. Trotzdem standen sie - zusammen mit den bei Kriegsanfang dienstverpflichteten Bürgern - auf ihren Posten.
Die Musikkapelle wurde 1936 aufgelöst. Am 26. Juli 1938 stellte Wehrführer Siegert sein Amt zur Verfügung. Als Nachfolger trat Oberbrandmeister Hans Möller dessen Dienst an. Er war den politischen Machthabern wesentlich genehmer als der Kamerad Siegert. Das Jahr 1943 brachte den Kameraden die härtesten Einsätze in Wedel, Hamburg, Elmshorn und sogar in Kiel. Tage- und Nächtelang bekämpften sie die von Bomben geschlagenen Brandwunden in den Städten. Weil viele Kameraden im Kriegsdienst waren, wurden ab Oktober auch Frauen dienstverpflichtet. In Pinneberg selbst hatte die Wehr damals nur wenig zu tun. Bis auf Brandbomben am Damm und gelegentliche Bombenabwürfe auf die Feldmark blieb die Kreisstadt vom Luftkrieg verschont. Der Fahrzeugbestand wurde beträchtlich erweitert, und zwar durch die Anschaffung eines LF 15 (1.500 l Pumpenleistung in der Minute), zweier LF 8 (800 l/Min.), eines Tankwagens (2.000 l Fassungsvermögen) und einer Tragkraftspritze für die Löschgruppe Waldenau. Mit diesen Fahrzeugen wurden schwere Einsätze gefahren unter anderem in Wedel, Hagenbecks Tierpark in Stellingen, am Baumwall und im Petroleumhafen, wobei die Tragkraftspritzen zu Löscheinsätzen auf Schuten verladen wurden. Ein besonders schwerer Einsatz war in Schulau bei der Öl-Raffinerie, weil dort rund 80 Bomben mit Zeitzündern eingeschlagen hatten. Ferner fuhren die Wagen noch nach Kiel, Elmshorn, in den Großraum Hamburg und Prisdorf, wo ein Munitionszug in Brand geraten war. Ansonsten waren die Fahrzeuge an 4 Stellen im Stadtgebiet stationiert worden. Da zu dieser Zeit viele Kameraden im Krieg waren, wurden 77 Pinneberger Bürger dienstverpflichtet. Dankenswerterweise sorgte Stadtrat Richard Habedank, der auch Mitglied der Feuerwehr war, während der Einsätze für ausreichende Verpflegung. Gegen Ende des Krieges wurde die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg für kurze Zeit aufgelöst, weil die Berliner Feuerwehr auf Anforderung der Besatzungsmacht in Pinneberg den Brandschutz übernehmen musste. Die Berliner Feuerwehr hatte sich auf obersten Befehl mit der Mannschaft und allem Gerät vor der anrückenden Sowjetarmee in Sicherheit gebracht und in Pinneberg Unterschlupf gefunden. Sie hatte während dieser Zeit ein Großfeuer bei Hansen und Limburg (heute Kunstmann) zu bekämpfen, welches durch Brandstiftung entstanden war.
Mit Beginn des Jahres 1946, und zwar am 15. Februar, wurde Oberbrandmeister Theodor Rathje zum neuen Wehrführer gewählt. Unter seiner Leitung hatte die Wehr mehrere Großbrände zu bekämpfen. Am 7. März 1952 kam es zu einem Großfeuer bei der Firma Holz-Lüders in der Elmshorner Straße (heute Iduna-Zentrum). Außerdem brach 1952 in dem Kraftfutterwerk Schmidt & Co. ein Großfeuer aus, das die Wehr mit neun Rohren und der neuen 17 Meter hohen Anhängeleiter niederkämpfte. Da das Werk beim Eintreffen der Fahrzeuge bereits in hellen Flammen stand, wurde überwiegend nur das Wohngebäude mit den Büroräumen geschützt sowie ein Übergreifen des Feuers auf das gegenüberliegende Holzlager der Firma Warncke verhindert.
Am 15. Mai 1954 wurde unter der Leitung von Bürgermeister Henry Glismann der Förderungsring der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Pinneberg gegründet. Durch diese Mittel, die zur Förderung des Brandschutzes in der Stadt eingesetzt wurden und werden, sollte der Idealismus und die Motivation der freiwilligen Feuerwehrmänner im Kampf gegen den roten Hahn unterstützt und anerkannt werden. Der Bürgermeister sagte auf der Gründungsversammlung, dass es durchaus nicht selbstverständlich sei, wenn zu jeder Tages- und Nachtzeit schnelle Hilfe bei Gefahr bereitstehe. Es gehöre schon ein hohes Maß an Idealismus dazu, immer zu üben, um bei Bränden und böswilligen Alarmen zur Stelle zu sein.
1958 musste die Wehr zu einem Großfeuer bei der Firma „Wita-Reis“ Am Hafen ausrücken. Der durch den Südweststurm entfachte Funkenregen war so groß, dass dieser mehrere hundert Meter weit bis in die Pinneberger Innenstadt getragen wurde. Auf vielen gefährdeten Häusern waren deshalb Brandwachen auf den Dächern. Ein weiteres Handikap waren wieder einmal die geschlossenen Bahnschranken. Dadurch gingen wertvolle Minuten verloren.
Im
Juni 1958 wurde Hauptbrandmeister Rathje zum Kreisbrandmeister des
Kreises Pinneberg gewählt und somit trat Oberbrandmeister Rudolf
Lenkersdorf dessen Nachfolge als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr
Pinneberg an. 1958 erhielt die Pinneberger Wehr eine Drehleiter DL 25 von Metz auf Mercedes-Benz-Fahrgestell. Bei dem Fahrzeug handelte es sich um ein Vorführfahrzeug, das zuvor auf der Weltausstellung in Brüssel gezeigt wurde. Ein großer Flächenbrand im Buttermoor am Rande des Klövensteen am 19. Oktober 1959 erforderte den Einsatz sämtlicher Kameraden. Insgesamt waren 300 Feuerwehrmänner und 500 Soldaten zur Brandbekämpfung eingesetzt. 15 Tanklöschfahrzeuge aus dem Kreis Pinneberg und Hamburg fuhren pausenlos Wasser heran. Anfang April 1960 brach im Möbellagerhaus der Firma Fenske in der unteren Dingstätte ein Großfeuer aus. Durch das konzentrierte Eingreifen der Wehr mit 18 Strahlrohren konnte eine Katastrophe für die Pinneberger Altstadt verhindert werden.
Mit Erreichen der Altersgrenze trat Hauptbrandmeister Lenkersdorf am 11. Januar 1962 von seinem Posten als Wehrführer zurück. Zu seinem Nachfolger wurde der Schornsteinfegermeister Bernhard Welzel gewählt. Der 15. Juni 1963 war für die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg ein ganz besonderer Tag, denn an diesem Tag erhielt die Wehr als erste Schleswig-Holsteins eine komplette Funkanlage. Jetzt war es möglich, die Kameraden außerhalb der Arbeitszeit still zu alarmieren und durch die ausgegebenen 40 Empfänger Meldungen durchzugeben. Ferner konnte durch diese Anlage ein Gegensprechverkehr vom Fahrzeug zur Wache und von Fahrzeug zu Fahrzeug durchgeführt werden.
Am 26. April 1964 wurde nach langer Vorbereitungszeit die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg gegründet und somit waren endlich die bestehenden Nachwuchssorgen gelöst. Auf der Gründungsfeier im Hotel "Cap Polonio" wurden damals 17 Jungen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren durch Handschlag vom Wehrführer Bernhard Welzel zum Dienst verpflichtet. An dieser Veranstaltung nahmen neben der gesamten Wehr auch der Bürgervorsteher Hagenah, Bürgermeister Kath, mehrere Ratsherren, Kreiswehrführer Rathje und die Eltern der Jungen teil. Nach Moorrege (1960) und Halstenbek (1962) war Pinneberg stolz, die dritte Jugendwehr im ganzen Kreis zu sein. Die Ausbildung der Jugendlichen übernahmen die Kameraden Helmuth Burgdorf und Rolf-Peter Gerlach. Die Schlagkraft der Pinneberger Wehr wurde durch die Anschaffung eines Wendestrahlrohres (Löschkanone) für die Drehleiter beträchtlich erweitert. Jetzt war es nicht mehr nötig, dass Kameraden mit Schläuchen und Strahlrohren die Leiter bestiegen. Mit Leinen kann die Löschkanone in jede Richtung geschwenkt werden. Das schönste Ereignis im Jahr 1965 war die Einweihung des neuen Gerätehauses im Ortsteil Waldenau. In der Fahrzeughalle sind ständig 2 Fahrzeuge stationiert. Somit ist der Brandschutz in Waldenau jederzeit gewährleistet.
Am
14. April 1966 wurden die ersten 7 Notrufsäulen ihrer Bestimmung übergeben.
Von jetzt ab war es möglich, zu jeder Tages- und Nachtzeit Feuerwehr
und Polizei kostenlos zu alarmieren. Der
21. Oktober 1966 war für die Feuerwehr wieder ein denkwürdiger Tag,
denn an diesem Tage wurde der Grundstein für den älteren Teil der
heutigen Hauptfeuerwache an der Friedrich-Ebert-Straße gelegt. Rechtzeitig zum 90-jährigen Jubiläum der Wehr wurde die neue Hauptfeuerwache ihrer Bestimmung übergeben. Sie bietet 7 Fahrzeugen Platz. Über der Fahrzeughalle befinden sich 2 Wohnungen für die Gerätewarte und 1 Schulungsraum. Vom Funktisch in der Zentrale kann u. a. die Ampel vor der Wache in der Friedrich-Ebert-Straße für den fließenden Verkehr auf Rot geschaltet werden, damit die Fahrzeuge gefahrlos ausrücken können. Im Rahmen des 90-jährigen Jubiläums erfolgte durch Ehrenkreisbrandmeister Theodor Rathje die Weihung der Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg. Die Kosten für die Herstellung dieser Fahne wurde durch Spenden aufgebracht.
Am 10. Oktober 1969 wurde durch ein Großfeuer die Scheune des Landwirts Werner Krohn vernichtet. Durch die enorme Hitzeentwicklung entstanden an einem Löschfahrzeug schwere Lackschäden. Das
die Feuerwehr nicht nur für Brandschäden zuständig war, erwies sich
wieder einmal bei einem Verkehrsunfall auf der B 5 in Kummerfeld.
Dort musste die Wehr mit einem Flaschenzug das Führerhaus eines
Transporters auseinanderziehen, um den eingeklemmten Fahrer zu befreien. Der
27. Dezember 1972 bescherte der Pinneberger Feuerwehr einen außergewöhnlichen
Einsatz. Sie mussten einen gestohlenen Pkw aus dem Baggersee bei den
Funktürmen bergen. Dieser Einsatz war insofern schwierig, da erst das
Eis auf dem See aufgebrochen und vom Schlauchboot aus ein Abschleppseil
am Wagen befestigt werden musste. Durch den langanhaltenden Sommer im August und September 1975, der mit sehr großer Trockenheit verbunden war, kam es zu der größten Waldbrandkatastrophe in der Bundesrepublik Deutschland. In beiden Bereichen der reinen Nadelholzwälder der Lüneburger Heide bis hin in den Kreis Lüchow Dannenberg an der Elbe wüteten unzählige Waldbrände. Der Kreiswehrführer Walter Michau aus Rellingen stellte eine Bereitschaft Tanklöschfahrzeuge aus dem Kreis Pinneberg zusammen, um der Bevölkerung und den eingesetzten Feuerwehren im Kreis Lüchow Dannenberg zu helfen. Auch das Pinneberger TLF 16 gehörte dazu. Ca. 78 Stunden war die Kreis Pinneberger Bereitschaft im Einsatz und konnte dadurch die kleine Gemeinde Leetzen vor der Zerstörung retten. Das Jahr 1976 begann am 3. Januar mit der nächsten Katastrophe. Mit Windgeschwindigkeiten von über 180 Stundenkilometern fegte ein Nord-West-Orkan über Norddeutschland. Die ersten Einsätze waren kurz nach Mitternacht. Eine eingedrückte Außenwand in einem Hochhaus in der Fröbelstraße. Als nächstes drohte der gesamte Dachstuhl eines Wohngebäudes Ecke Bogenstraße/Gärtnerstraße wegzufliegen. Den ganzen Tag über wurden ununterbrochen im gesamten Stadtgebiet Sturmeinsätze gefahren. Kaum einer der eingesetzten Kameraden hatte währenddessen mitbekommen, dass die Wassermassen der Sturmflut die Deiche in der Haseldorfer Marsch und in Niedersachsen im Kedinger Land durchbrachen. Bereits in der Nacht zum 4. Januar waren Pinneberger Kräfte in der Marsch, um die Deichbruchstellen für die schweren Baufahrzeuge auszuleuchten. Bis zum 14. Januar waren ständig Pinneberger Feuerwehrmänner in der Marsch im Einsatz. Wurden anfangs noch in Hetlingen und in Haseldorf Keller gelenzt, so bekam Pinneberg nach 3 Tagen die Aufgabe der Versorgung aller Kräfte in der Marsch. Im
Sommer 1976 wurde in der Hauptfeuerwache in der Friedrich-Ebert-Straße
eine automatische Brandmeldeanlage installiert. An dieser Anlage wurden
Gewerbebetriebe, öffentliche Gebäude, Schulen, Banken etc. entweder
per Auflage durch die Baugenehmigung oder freiwillig angeschlossen.
1977: Nach zweijähriger Vorbereitung feierte die Wehr vom 1. bis zum 3.Juli 1977 ihr 100jähriges Bestehen. Das umfangreiche Programm begann am 1. Juli mit einer Jugendtanzveranstaltung im Hotel „Cap Polonio“. In der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums fand der offizielle Festakt mit geladenen Gästen statt. Der Wehrführer hielt nach der Begrüßung der über 200 Gäste seinen Rückblick auf 100 Jahre Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg. Viele Gäste überbrachten Glückwünsche und Geschenke. Der anschließende gemütliche Teil ging bis weit nach Mitternacht.
Am Sonnabend, den 2. Juli richtete die Wehr das 2. Pinneberger Innenstadtfest aus. Von 9 bis 17 Uhr war die gesamte Innenstadt mit Leben und Musik erfüllt. Bei herrlichem Sonnenschein waren ca. 20.000 Menschen den ganzen Tag von der Feuerwache bis zum Drosteipark und von der Elmshorner Straße bis zum Fahltskamp unterwegs. Eine große Fahrzeugschau mit vielen unterschiedlichen Feuerwehrfahrzeugen war vom Drosteiplatz bis zur Feuerwache aufgebaut. Es wurden während des gesamten Tages Vorführungen an den Fahrzeugen gezeigt. Von 14 bis 17 Uhr fanden die Wettkämpfe der Jugendfeuerwehren des Kreises Pinneberg im Drosteipark statt. Am Abend des 2. Juli hatte die Feuerwehr zum großen Festball im Hotel „Cap Polonio“ eingeladen. Die Karten mit Platzreservierung waren im Vorverkauf sehr schnell vergriffen. Es spielte eine namhafte Kapelle und es traten viele bekannte Künstler auf. Der Unkostenbeitrag betrug damals fünf DM. Sonntag, der 3. Juli begann mit der Delegiertentagung des Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg, ebenfalls im Hotel „Cap Polonio“. Ab 13 Uhr fand vor der Feuerwache ein Platzkonzert der Spielmanns- und Musikzüge des Kreisfeuerwehrverbandes statt. Um 14 Uhr Alarm für die Feuerwehr Pinneberg. An mehreren Stellen in der Innenstadt wurden umfangreiche Übungen gezeigt. Ein Flugzeugabsturz auf dem Marktplatz, ein Verkehrsunfall mit Gefahrgut in der Friedrich-Ebert-Straße und der Bau einer Behelfsbrücke über die Pinnau waren die Hauptteile der Übung, die von mehreren tausend Menschen verfolgt wurden. Drei
Fackelzüge zum Stadion I waren am Abend der Anfang der großen
Abschlussveranstaltung. Der große Zapfenstreich und ein Großfeuerwerk
bilden den krönenden Abschluss der drei tollen Tage.
1978: Am 25. Januar 1978 wählten die aktiven Mitglieder der Wehr den Fliesenlegermeister Karl Heinz Studemund zum neuen Wehrführer. Er erklärte nach seiner Wahl, er wolle kein neuer Besen von der Sorte sein, der angeblich gut kehrt. Das wichtigste Ziel, das er sich für seine Arbeit als Wehrführer gestellt hat: „Er wolle bei den Pinneberger Bürgern für mehr Verständnis für die Wehr werben.“ Nach
16 Jahren Wehrführer wird Bernhard Welzel (58) feierlich verabschiedet.
Bürgermeister Kath würdigt die Verdienste des scheidenden Wehrführers.
Er sagte: „Bernhard Welzel hat es geschafft, gegen den Willen des
Kreises die Wehr mit Funk auszurüsten.“ Bernhard bedankte sich und kündigte
an, in der Reserve eine zackige Mannschaft aufzubauen. 1979: Das Jahr 1979 begann über den Jahreswechsel mit sehr starken Schneefällen, die Anfang Februar mit der Schneekatastrophe ihren Höhepunkt fand. Schneeverwehungen bis zu 4 m Höhe, steckengebliebene Autos und Personen, die aus ihren Fahrzeugen gerettet werden mussten. Ergebnis des sehr ungewöhnlichen Schneeorkans. Da die städtischen Schneepflüge rund um die Uhr fahren mussten, um zumindest die wichtigsten Straßen einigermaßen freizuhalten, wurden sie auch von Pinneberger Feuerwehrleuten besetzt. Es gab ein Fahrverbot für fast eine Woche. Nur Zulieferfahrzeuge der Lebensmittelindustrie und die Feuerwehrkameraden durften fahren. Und nach dem Schnee kam Anfang März das Hochwasser. Mit Pumpen und Sandsäcken bekämpften die Feuerwehr und das THW Pinneberg gegen die Fluten. Erstmalig wurde die Autobahn in Höhe der Anschlussstelle Pinneberg-Nord überflutet, so dass sie gesperrt werden musste. Nach
langer Planungsphase wurde Anfang 1979 mit den Arbeiten am Anbau der
Hauptfeuerwache begonnen. Eine Remise, eine große Werkstatt und eine
neue Waschhalle sowie ein neuer großer Schulungsraum und eine große
Notfallküche im Obergeschoss sollten die Platzprobleme der wachsenden
Wehr beenden. Zwei Wohnungen und eine Atemschutzübungsstrecke
komplettierten den Neubau. 1980:
Am
21.06.1980 war die Einweihung des Erweiterungsbaues der modernsten
Feuerwache im Kreis. 2,2 Mio. DM hat die ca. 1.000 qm große Erweiterung
an der Friedrich-Ebert-Straße gekostet. Wehrführer Karl Heinz
Studemund sagte in seiner Ansprache: „Hier wurde etwas Optimales
geschaffen.“
Am
Abend des 18. Mai kam es in der Weidenstraße zu einer schweren Explosion
in einem zweigeschossigen Wohnhaus. Hierbei wurde die 17jährige Tochter
in den Trümmern des Hauses verschüttet. Die Mutter, die schwere
Verbrennungen im Gesicht, an den Armen und am Oberkörper erlitt, konnte
von ihrem Mann aus den Trümmern gezogen werden. Nach wenigen Minuten
war ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor Ort.
Den rund 50 Feuerwehrmännern gelang es nach einer halben Stunde, die
anfangs schon todgeglaubte Tochter aus dem eingestürzten Gebäude zu
retten. Bei äußerster Ruhe an der Einsatzstelle rief man ihren Namen
und bekam Antwort. So konnte ihre Lage geortet werden. Unter Einsatz
ihres eigenen Lebens wagten sich Kameraden unter die Trümmer, um die
17jährige zu retten. Da das Gebäude keinen Gasanschluss hatte, war die
Ursache zu Anfang völlig unklar. Trotzdem war es eine Gasexplosion. Die
Bewohnerin entleerte in Heimarbeit Gasfeuerzeuge, aus denen dann
Scherzartikel hergestellt wurden. Das Gas (schwerer als Luft) wurde
nicht ordnungsgemäß nach außen geleitet, sondern sammelte sich in der
Küche. Die Rekonstruktion ergab, dass in der Küche das Gas von ca. 600
Einwegfeuerzeugen vorhanden war. Ein Funke aus dem anspringenden
Untertischboiler verursachte dann die folgenschwere Explosion.
1982: Gemäß dem von Wehrführer Studemund 1978 aufgestellten Fahrzeugersatzbeschaffungsplan wurde 1982 die 24 Jahre alte mechanische Drehleiter gegen eine moderne hydraulische DLK 23/12 von Metz auf Mercedes-Benz-Fahrgestell ausgetauscht. 500.000 DM ließ sich die Stadt das damals modernste Hubrettungsgerät des Kreises kosten. Noch während der Ausbildung der Maschinisten auf dem neuen Fahrzeug hatte die DL bei einem Großfeuer in Rellingen in der Gaststätte „Zur Post“ ihre erste große Bewährungsprobe. Es war der einzige Einsatz, an dem die Feuerwehr Pinneberg mit zwei Drehleitern zum Einsatz fuhr. Mit der alten, die dann an die Betriebsfeuerwehr der Dornkaatwerke nach Bremen verkauft wurde und der neuen Drehleiter. Ebenfalls neu beschafft wurde in diesem Jahr ein Rüstwagen RW 2, der einen alten Gerätewagen mit Anhänger ablöste. Das neue Fahrzeug wurde von der Firma Bachert auf einem Mercedes-Benz-Fahrgestell 1019 AF aufgebaut. 1983:
Die
nächste ganz große Bewährungsprobe erfuhr die DL Ostermontag, den 4.
April 1983 bei dem größten Feuer, das die Freiwillige Feuerwehr
Pinneberg in ihrer 125-jährigen Geschichte zu bekämpfen hatte. Bei
Abbrucharbeiten im Zentrallager der Edeka-Handelsgesellschaft in
Pinneberg-Waldenau war bei Schweißarbeiten ein Feuer ausgebrochen. Nach
kurzer Zeit waren über 145 Feuerwehrmänner aus Pinneberg, Wedel,
Elmshorn, Halstenbek, Appen und Rellingen im Einsatz. Es konnte jedoch
nicht verhindert werden, dass mehr als ein Drittel der über 25.000 m²
großen Lagerhalle vollständig vernichtet wurde. In dem Hochregallager
fand das Feuer immer neue Nahrung. Unmengen von eingelagerten
Spirituosen gingen in Flammen auf. Unaufhörlich explodierten Paletten
mit Sprayflaschen. Zusätzlich erschwert wurde die Brandbekämpfung
durch die schlechte Wasserversorgung. Über mehrere 100 m musste das
Wasser unter anderem aus dem aufgestauten Bach „Düpenau“ gefördert
werden. Ein Innenangriff war nicht möglich, da durch die enorme Hitze
die Stahlkonstruktion der Halle in sich zusammengestürzt war. Mit
Elektro-Schlaghämmern wurden Löcher in die Umfassungswände gestemmt,
um durch diese die Brandbekämpfung vorzunehmen. Bis zum darauf
folgenden Sonnabend waren ständig Kräfte an der Einsatzstelle, um noch
vorhandene und immer wieder aufflackernde Brandnester abzulöschen.
Allein der Wert der vernichteten Waren betrug über 3 Mio. DM. Dazu
kamen Schäden in Höhe von 2 Mio. DM an den Gebäuden.
Als
die letzten Einsatzkräfte noch an der Einsatzstelle waren, hatte die
Freiwillige Feuerwehr das nächste Großfeuer zu bekämpfen. In der
Nacht zum Sonnabend, dem 9. April, kurz vor 3.00 Uhr, entdeckte eine
Polizeistreife ein Feuer in einem Schuppen auf dem Gelände der
Baumschule Strobel & Co. am Wedeler Weg. In Windeseile breiteten
sich die Flammen aus und griffen auf die benachbarte Halle über. Hier
wurden zahlreiche Maschinen, Traktoren sowie größere Mengen
Rosenpflanzen und Verpackungsmaterial ein Raub der Flammen. Feuerwehrkräfte
aus Pinneberg, Appen und Rellingen kämpften bei starkem Wind bis zum nächsten
Morgen gegen das Feuer. Die Kripo ermittelte „eindeutig
Brandstiftung“ und der Schaden betrug mehrere Millionen DM. 1984: Während der Hauptversammlung der Wehr am 27. Januar 1984 wurde Wehrführer Karl Heinz Studemund für weitere 6 Jahre an die Spitze der Wehr gewählt. Ebenfalls
1984 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug für die Pinneberger Wehr in
Dienst gestellt. Bei der obligatorischen Fahrradtour am Himmelfahrtstag
wurden die Kameraden und ihre Familien ausnahmsweise von einem Löschfahrzeug
begleitet. Geschmückt mit einem großen Schild an der Motorhaube mit
der Aufschrift: „Mein Abschied von Pinneberg“ begleitete das alte
Tanklöschfahrzeug die Radler auf ihrer Tour. Das Fahrzeug, Baujahr
1960, wird in Pinneberg außer Dienst gestellt und durch ein neues
modernes Fahrzeug ersetzt. Das neue TLF 24/50 ist zu diesem Zeitpunkt
das größte Tanklöschfahrzeug im Kreis. 5.000 Liter Wasser, 500 Liter
Schaummittel und ein Wasserwerfer auf dem Dach, das sind die
herausragenden Eigenschaften des allradgetriebenen Fahrzeuges. Das alte
TLF 16/24 wird an die Nachbargemeinde Tangstedt verkauft und wird dort
weiter seinen Dienst versehen.
Am
Montag, den 12.11.1984 ereignete sich auf der Landstraße zwischen
Pinneberg und Wedel in Appen-Etz, auf Höhe der Kiesgrube Heidorn, einer
bis dahin schwersten Verkehrsunfälle, die von der Pinneberger Wehr
abgearbeitet werden musste. Es war kurz vor 9.00 Uhr, als ein
Kieslaster mit Anhänger in Richtung Pinneberg unterwegs war. Ihm
entgegen kamen drei Pkw. Der führende Pkw mit einer 46-jährigen
Wedelerin am Lenkrad geriet plötzlich auf die Gegenfahrbahn und stieß
mit dem Lkw so gewaltig zusammen, dass der Audi aufgerissen, in den Straßengraben
geschleudert und die Fahrerin eingeklemmt wurde. Der Lkw geriet durch
den Aufprall ins Schleudern und katapultierte den zweiten Wagen in der
Kolonne ebenfalls in den Graben. Die Zugmaschine überschlug sich
seitlich und schoss auf dem Dach in den Graben. Dabei begrub er den
dritten Wagen unter der Ladefläche. Der Anhänger blieb auf der Seite
liegen. Die 1 m hohe Stahlklappe des Lkw zermalmte den Vorderwagen des
Datsun. Der Fahrgastraum und das kurze Heck des Pkw kamen in der Ladefläche
zu liegen. Da durch das querliegende Gespann die Straße komplett
blockiert war, konnten die beiden vorderen Pkw nur von der Feuerwehr
Wedel versorgt werden. Nach über einer Stunde Schwerstarbeit konnte der
Pkw-Fahrer aus seinem Fahrzeugwrack unter dem Lkw nahezu unverletzt
gerettet werden. Der 26-Jährige konnte ein zweites Mal Geburtstag
feiern. Über seine Rettung wurde bundesweit in den Medien berichtet. 1985: In diesem Jahr neu beschafft wurde ein LF 8 der Firma Bachert auf Mercedes-Benz-Fahrgestell 813. Dieses Fahrzeug ersetzt ein altes LF 8 ebenfalls auf Mercedes-Benz-Fahrgestell.
1986:
1986
wird gemäß dem 1978 aufgestellten Fahrzeugersatzbeschaffungsplan das
Waldenauer LF 16 vom Typ Magirus, Baujahr 1967 gegen ein neues
ausgetauscht. Es wird ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 der Firma
Schlingmann auf Mercedes-Benz Fahrgestell. 1987:
Im
Jahr 1987 ist die Ersatzbeschaffung des Pinneberger LF 16
vorgesehen. Der 20 Jahre alte Magirus Langhauber wird nach Kuddewörde
in den Kreis Stormarn verkauft. Ersetzt wird das Fahrzeug ebenfalls
durch ein LF 16 Mercedes Benz/Schlingmann. 1988:
Mitte
1988 begannen die Planungen und Vorbereitungen für das 25-jährige
Jubiläum der Pinneberger Jugendfeuerwehr im Frühjahr 1989. 1989:
Von
Freitag, den 28. April bis Montag, den 1. Mai 1989 stand die Stadt
Pinneberg ganz im Zeichen der Jugendfeuerwehr. Vor 25 Jahren, am 24.
April 1964 wurde sie gegründet. Höhepunkte des umfangreichen Jubiläumsprogramms
waren das große Zeltlager der Jugendfeuerwehren des Kreises im
Drosteipark mit 260 Teilnehmern, der Tag der offenen Tür in der
Hauptfeuerwache sowie ein großer Festball und eine RSH-Disco in der Rübekamphalle. „Halb
Pinneberg war beim Jubiläum auf den Beinen“, „Volksfeststimmung bei
der Feuerwehr“. Das waren die Schlagzeilen am 2. Mai im Pinneberger
Tageblatt. Besonders die Fahrzeugmeile vom Drosteipark bis zur
Hauptfeuerwache fand bei den Besuchern riesigen Anklang. Vom Großlöschfahrzeug
„Simba“ der Hamburger Flughafenfeuerwehr bis zum historischen
Fahrzeug aus dem Jahre 1925 der FF Barmstedt waren alle interessanten
Fahrzeuge zu sehen. Auf dem Programm der Jugendfeuerwehr standen
zahlreiche Wettkämpfe um den Kreis- und Provinzial-Pokal, die
Regionalentscheidung für den Bundeswettkampf sowie ein Nachtmarsch und
ein Orientierungsmarsch. Im
Rahmen dieses Jubiläums wurde der Wehr vom Ersten Stadtrat Herbert
Hoffmann das neue Tanklöschfahrzeug (TroTLF) 16 übergeben. Es ersetzte
das alte „Tro“, Baujahr 1973. Kurz
vor Weihnachten überreichte Andreas Fleck von der Pinneberger Firma
FahnenFleck, der Wehr die restaurierte Traditionsfahne. Die Kosten übernahm
die Firma, die sich als Pinneberger Unternehmen besonders mit der Wehr
verbunden fühlt.
1990:
"Ära
Studemund geht zu Ende“, "Nach 12 Jahren will der Feuerwehrchef
einem jüngeren Platz machen“. Das waren die beiden Überschriften des
Pinneberger Tageblattes vom 24. Januar 1990. Karl Heinz Studemund (56)
stellte sich während der Jahreshauptversammlung am 26. Januar 1990 nicht zur
Wiederwahl. Neuer Wehrführer wurde der 38-jährige Oberlöschmeister
Uwe Kuhlmann, der als einziger Kandidat zur Wahl stand. Das Jahr begann mit den schwersten Stürmen seit 3 Jahren. Schon Ende Januar begann die Serie von 4 Stürmen innerhalb von 4 Wochen. Am 26./27. Januar musste die Wehr insgesamt 75-mal ausrücken. Aus
Spendenmitteln des Förderungsringes FF Pinneberg erhielt die
Jugendfeuerwehr eine neue Tragkraftspritze, eine TS 4/5, ein 82
Kilo leichtes Gerät, dass auch die Jugendlichen ohne Gefahr tragen können. Das
1984 an die Gemeinde Tangstedt verkaufte Tanklöschfahrzeug (TLF 16),
Baujahr 1960, wurde aus Mitteln des Förderungsringes zurückgekauft,
um es als Oldtimer-Fahrzeug herzurichten.
1991: Auf
der Jahreshauptversammlung der Wehr am 25. Januar 1991 wurde Karl Rathje
zum vierten Mal zum Vizewehrführer gewählt. Eine
Kontrolle der Feuerwehrunfallkasse brachte es an den Tag. Die jahrelang
bei allen Einsätzen getragene Schutzbekleidung war für den
Atemschutzeinsatz, also für den Innenangriff, nicht zugelassen. Alle
auf dem Markt befindlichen Schutzanzüge wurden getestet und die Wahl
viel auf einen Schutzanzug aus schwer entflammbaren NOMEX III ©
Obermaterial, eine Zwischenlage aus GORE-TEX © und einem wärmenden
Innenfutter. Das Problem: Dieser Anzug war nach der Feuerwehr-DIN nicht
zugelassen. Nach Bittgängen bei der Feuerwehrunfallkasse in Kiel und
einem Antrag auf Sondergenehmigung, konnte die Feuerwehr Pinneberg als
erste im Kreis diese Schutzbekleidung beschaffen. 4 Jahre später war
diese Schutzbekleidung Norm. Heute tragen alle Feuerwehren Einsatzanzüge
aus diesem Material. 1992:
Nach
1 ½ Jahren Vorbereitung und Planung mit der Feuerwehr der Partnerstadt
Rockville im US-Bundesstaat Maryland kam vom 15. bis zum 25. Mai 1992
eine 14-köpfige Delegation zu Besuch. Ein umfangreiches Programm wurde
den Gästen aus der Schwesterstadt geboten. Neben Besuchen in Hamburg, Lübeck,
des Seefahrtmuseums in Bremerhaven und einer Rundfahrt durch den Kreis
Pinneberg, fand am Sonnabend ein Festball im Hotel Cap Polonio statt.
Nach einer rauschenden Ballnacht ging es am Sonntag zur
Kreisfeuerwehrzentrale nach Tornesch-Ahrenlohe, wo die Rockviller Ehrengäste
bei der Festveranstaltung zum 100-jährigen Jubiläum des
Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg waren. Ein Gegenbesuch der Pinneberger
Feuerwehr in Rockville war für den kommenden Oktober geplant.
Am
Sonnabend, dem 29. August richtete ein Großfeuer einen Millionenschaden
beim Beig-Verlag am Damm an. Durch Schweißarbeiten im Bereich der
abgehängten Decke der Druckplattenherstellung wurde das Feuer entzündet
und breitete sich in der alten Holzkonstruktion rasend schnell aus. Nur
durch den schnellen, beherzten Einsatz der Pinneberger Feuerwehr konnte ein
wesentlich größerer Schaden verhindert werden. „Man
muss die Feste feiern wie sie fallen“, heißt es in einem bekannten
Spruch. Das wurde am 26. September 1992 auch praktiziert. 25 Jahre
Hauptfeuerwache, ein neues LF 8 und die Dankeschön-Veranstaltung
des Beig-Verlages waren Grund genug zum Feiern. In
diesem Jahr konnte auch wieder eine Fahrzeugersatz- Mit
34 Personen reiste am 3. Oktober 1992 eine Pinneberger Delegation zum
Gegenbesuch zur Partnerstadt Rockville. Eine Woche Rockville und eine
Woche Florida standen auf dem Programm, das zu einem unvergesslichen
Erlebnis wurde. Bestehende Freundschaften wurden vertieft und neue
aufgebaut. Viele davon bestehen heute noch. Nach
über 1 ½ Jahren intensiver und umfangreicher Renovierungsarbeiten
wurde das TLF 16 offiziell am 29. November 1992 wieder als
Museums-Fahrzeug in Dienst gestellt. In einer kleinen Feierstunde dankte
Wehrführer Kuhlmann dem Chefrestaurator Rainer Jürgensen mit seinen
vielen Mitstreitern für die unermüdliche Arbeit. Das alte Fahrzeug war
zu einem echten Schmuckstück geworden. Das
Jahr 1992 endete und 1993 begann mit einer Serie von Brandstiftungen.
Innerhalb von 33 Stunden über den Jahreswechsel musste die Wehr 5-mal
zum gleichen Gebäude in der Elmshorner Straße ausrücken, weil es
immer wieder angesteckt wurde. 1993: Im Jahr 1993 hatte es zwei große Neuerungen in der Wehr gegeben. Zum Ersten wurden vier Frauen in die Wehr aufgenommen und zum Zweiten begann das Computer-Zeitalter. Die Pinneberger Wehr war die zweite Wehr nach
Helgoland, die Frauen in den aktiven Dienst übernommen hatte. Die
EDV-Anlage wurde, mit Kosten in Höhe von 30.000 DM, aus den
Mitteln des Förderungsringes beschafft.
Am
1. Juli ging bei Umbauarbeiten ein großes, reetgedecktes Einfamilienhaus im
Ortsteil Waldenau in Flammen auf. Bei Eintreffen der Wehr stand das gesamte
Dach im Vollbrand. Durch einen massiven Wasserwerferangriff konnte das Feuer
innerhalb von 15 Minuten gelöscht werden. Lediglich der Dachstuhl des
schönen Hauses musste erneuert und wieder mit Reet eingedeckt werden. 1994:
Mit
einem Ehemaligentreffen am 10. April 1994, einen „Tag der offenen Tür“
am 11. Juni und dem Landeswettbewerb um die Leistungsspange der
Jugendfeuerwehren wurde das 30-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr
Pinneberg gefeiert. 1995: Das Jahr 1995 bescherte der Wehr die meisten Einsätze in ihrer Geschichte. Neben dem „normalen Einsatzgeschehen“ kam es in den frühen Morgenstunden des 10. Juli zu einem noch nie dagewesenen Unwetter über Teilen des Kreises, wobei die Stadt Pinneberg mit Abstand am schlimmsten betroffen war. Sintflutartige Regenfälle ließen die Gullydeckel auf den Wasserfontänen tanzen, 1.300 Blitze in einer halben Stunde - ein in Norddeutschland noch nie dagewesenes Gewitter - 4 heiße Blitzeinschläge, Blitzeinschlag in der Hauptfeuerwache, so dass sämtliche Telefone - einschließlich Notruf 112 ausfielen, kniehohes Wasser auf den Straßen und über 150 vollgelaufene Keller. Das war die Bilanz des Jahrhundertunwetters. Die Feuerwehren aus Appen, Borstel-Hohenraden, Halstenbek, Kummerfeld, Prisdorf, Quickborn, Rellingen und Tangstedt sowie das THW Pinneberg waren teilweise bis zum Nachmittag eingesetzt, um die Schäden zu beheben. Bereits
3 Tage später brach das nächste Unwetter über Pinneberg herein. Zwar
nicht ganz so stark wie am Anfang der Woche, jedoch 50 Einsätze in 5
Stunden waren auch zu verzeichnen. Das Jahr 1995 endete mit der
Rekordzahl von 450 Einsätzen. Allein 204 Einsätze wurden in den beiden
vorgeschriebenen Tagen gefahren.
1996: Auf
der Jahreshauptversammlung am 19. Januar 1996 wurde Wehrführer Uwe Kuhlmann
in seinem Amt bestätigt und für weitere 6 Jahre gewählt. DLK 23/12
CC GL, das ist die technische Bezeichnung der am 1. April in
Dienst gestellten neuen Drehleiter der Feuerwehr Pinneberg. Es
war das erste Exemplar der neuen Magirus-Gelenkleiter in Deutschland.
Eine Million DM lässt
die Stadt sich das computergesteuerte Hubrettungsgerät kosten.
Mit
einem gewaltigen Knall hatte am 14. August um 18.53 Uhr eine
der bis dahin größten geheimen Alarmübungen am Pinneberger Bahnhof
begonnen. Die angenommene Lage war ein Zusammenstoß eines Personen- und
eines Güterzuges. Diverse Verletzte, brennende Güterwagen und eine brennende
Zimmerei hatten die 170 Feuerwehrleute aus Pinneberg und Appen,
Mitarbeiter des Rettungsdienstes, Soldaten der Sanitätsstaffel aus
Appen sowie des Pinneberger THWs zu bewältigen. Die Zusammenarbeit der
unterschiedlichen Dienste, besonders mit der Bundeswehr, die erstmalig
an so einer Übung teilnahmen, klappte hervorragend.
Über
8.000 Feuerwehrleute - 400 davon aus dem Kreis Pinneberg - waren am 23.November in Kiel zu einer Großdemonstration gegen
die Pläne der
Landesregierung, die Mittel aus der Feuerschutzsteuer zweckentfremdet zu
verwenden. Aus diesen Steuereinnahmen werden die Kommunen bei der
Beschaffung von Fahrzeugen und Großgeräten finanziell gefördert. 1997:
Nach vier Amtszeiten oder 24 Jahren als stellvertretender
Wehrführer stellte sich Karl Rathje nicht wieder zur Wahl und wurde in
die Reserve verabschiedet. Er war fast ein Vierteljahrhundert
entscheidend am Aufbau der Pinneberger Wehr beteiligt. Neben einer Reise
an den Bodensee als Geschenk der Wehr und der Bahncard von der Stadt,
wurde er vom Kreiswehrführer Gerd Duwe mit dem Deutschen
Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold am Bande - der höchsten deutschen
Feuerwehrauszeichnung - für seine Verdienste um den Brandschutz geehrt.
Auf
der gleichen Versammlung wurde der Oberlöschmeister und Gruppenführer
Kai Halle von den Wehrmitgliedern zum neuen stellvertretenden Wehrführer
gewählt.
Am
8. März ging um 10.05 Uhr bei der Rettungsleitstelle die
Meldung ein: „Brennt Kleiderschrank, Sandkamp 3, 2. OG“. Dieses
vermeintlich kleine Schadensereignis führte jedoch zu einem der größten
und schwierigsten Einsätze, den die FF Pinneberg in den letzten Jahren
zu bewältigen hatte. Er hatte über 9 Stunden gedauert und 255 Helfer
beschäftigt. Kinder hatten beim Spielen in ihrem Zimmer Feuer im
Kleiderschrank gelegt. Bei Eintreffen des ersten Fahrzeuges schossen die
Flammen schon waagerecht aus dem Fenster. Das Löschen des Zimmerbrandes
war zwar nicht einfach, aber doch in kurzer Zeit bewältigt. Das Problem
war das Dach. Das Feuer aus dem Zimmer hatte sich durch den 1,50 m
breiten, hölzernen Dachüberstand in das Dach gefressen. 900 m²
Dachfläche ohne Brandwände, knochentrocken, im First nur ca. 1 m
hoch und mit Bitumenpappe eingedeckt. Die Feuerwehren Pinneberg,
Schenefeld, Quickborn, Uetersen und Rellingen, das THW Pinneberg und die
SEG des DRK Elmshorn und Pinneberg sowie der Rettungsdienst waren mit 46
Fahrzeugen - davon 3 Drehleitern - vor Ort. Etwa 100 Menschen mussten
evakuiert werden. Nach 9 Stunden und 45 Minuten war der „brennende
Kleiderschrank“ gelöscht. Der Schaden betrug über eine halbe
Millionen DM. Am
7. Juni wurden mal wieder die Türen und Tore der Hauptfeuerwache
an der Friedrich-Ebert-Straße für die Bevölkerung geöffnet. Die
Veranstaltung stand voll unter dem Motto „10 Jahre
Brandschutzerziehung im Kreis Pinneberg“. Ein Programm, das in erster
Linie für die Kinder ausgelegt war, lockte bei bestem Wetter wieder
mehrere tausend Zuschauer an. 1998:
Nach
über 25 Jahren endete am 1. Februar 1998 die Annahme des Notrufes 112
in der Hauptfeuerwache in Pinneberg. Die Notrufleitungen aus den
Revieren Pinneberg, Elmshorn, Wedel, Uetersen, Quickborn und Barmstedt
wurden von der Kreisleitstelle im Kreishaus übernommen. Die
Alarmierungen der 50 Wehren des Kreises erfolgten jetzt mit EDV-Unterstützung
aus der Rettungsleitstelle. Nach langer Planungs- und Bauphase konnte am 26. April 1998 das neueste Fahrzeug der Wehr in Dienst gestellt werden. Das erste Feuerwehrfahrzeug auf dem neuen Mercedes-Benz-Fahrgestell „Actros“ in Deutschland. Das Wechselladerfahrzeug (WLF), ein 18-Tonnen-Fahrzeug mit Ladekran und Abrollbehälter „Transport“, ersetzt den 20 Jahre alten 7,5-Tonnen-LKW. Über dieses Ausnahmefahrzeug wurde sogar im Feuerwehr-Magazin berichtet. "Entertainment-
Center statt Feuerwache" - so lautet die Überschrift von 8.
Oktober 1998 im Pinneberger Tageblatt. Erstmals gab ein Investor seine
Vorstellung über die baulichen Veränderungen in der Innenstadt öffentlich
bekannt. Die Feuerwehr Pinneberg – schon lange sehr beengt in ihren Räumlichkeiten
– hat dieses Thema ebenfalls aufgegriffen und ihre Planung und
Vorstellungen in die Diskussion geworfen. Bis heute ist man noch nicht
viel weiter, aber die Erkenntnis, dass etwas passieren muss, ist allen
jetzt klar. Am
Nachmittag des 27. Oktober 1998 frischte der Wind stark auf und es kam
zu sintflutartigen Regenfällen. Der Höhepunkt war gegen 20.00 Uhr. In
Pinneberg und Umgebung sowie besonders in Elmshorn waren die Feuerwehren
zu unzähligen Einsätzen unterwegs, meist um umgestürzte Bäume von
den Straßen aber auch von den Bahngleisen zu holen. Doch damit nicht
genug. Für die Pinneberger sollte es in den nächsten 2 Tagen erst
richtig losgehen. Durch den anhaltenden starken Regen trat die Pinnau
(wie schon so häufig) über die Ufer. Der kleine Pinnau-Deich
zum tieferliegenden AOK-Parkplatz drohte zu brechen. Zusammen
mit dem THW und einigen Hundert Sandsäcken konnte das zwar verhindert
werden, jedoch das Überlaufen nicht. So wurde das gesamte Tiefgeschoss
der AOK mit Folie eingepackt und eine Überlaufrinne aus Folie gelegt,
damit der Deich durch die überlaufenden Wassermassen nicht zerstört
wurde. Trotz des ca. 1,5 m hochstehenden Wassers war der Wasserschaden
innerhalb der AOK ganz gering. Diverse andere Gebäude in der Nähe der
Pinnau mussten ebenfalls aufwendig geschützt oder gelenzt werden. Ein
Verkehrschaos verursachte die Überflutung der A 23 im Bereich der
Banswiesen. Trotz massiven Pumpeneinsatzes der Feuerwehr, des THW
Pinneberg und Elmshorn konnte die Piste nicht freigehalten werden. Wie
in der Stadt, so war auch hier das Problem, dass man nicht mehr wusste,
wohin das Wasser gepumpt werden sollte.
1999:
Auf
der Jahreshauptversammlung der Wehr am 15. Januar 1999 wurde der
ehemalige Wehrführer Karlheinz Studemund einstimmig zum Ehrenwehrführer
der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg gewählt. Danach wurde er, mit
Erreichen der Altersgrenze, in die Ehrenabteilung der Wehr versetzt. Es
mussten 111 Jahre vergehen, bis erstmals wieder die
Jahreshauptversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein
in Pinneberg abgehalten wurde. Am 17. April 1999 trafen sich die 159
Delegierten als Vertreter der mehr als 61.000 Feuerwehrleute im Land.
Unter den zahlreichen Gästen konnte der Landesbrandmeister Uwe
Eisenschmidt auch den Innenminister Ekkehard Wienholtz begrüßen.
Am
Sonnabend, dem 29. Mai 1999 wurden um 13.29 Uhr Teile Pinnebergs von
einem dumpfen Knall erschüttert. „Sportflugzeug über dem Staatsforst
nahe der LSE abgestürzt“ hieß die Einsatzmeldung der
Rettungsleitstelle. Von verschiedenen Seiten versuchten die 130 Helfer
von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und THW die Absturzstelle mitten
im Wald zu lokalisieren. Abgeknickte Bäume und Wrackteile säumten die
Absturzschneise durch den Wald. Die schweren Fahrzeuge blieben in dem
weichen Boden auf halber Strecke zur eigentlichen Absturzstelle stecken,
so dass alle Gerätschaften getragen werden mussten. Nach einem ersten
Blick ins Innere der Sportmaschine war es den Helfern klar: Es war eine
groß angelegte geheime Übung, und bei allen löste sich die gewaltige
Anspannung. Trotzdem gingen die Helfer konzentriert zu Werke und hatten
nach gut einer Stunde die beiden „schwerverletzten“ Insassen aus dem
Wrack geschnitten. Auch diese Übung, die dritte innerhalb von 4 Jahren,
war ein voller Erfolg. 2000: Auf der Hauptversammlung der Jugendfeuerwehr am 12. Januar konnte der Jugendwart zum wiederholten Male feststellen, dass es in Pinneberg keine Nachwuchssorgen bei der Jugendfeuerwehr und somit auch bei den Aktiven gibt. Ständig stehen Jugendliche ab zwölf Jahre auf der Warteliste, um einen der begehrten Plätze zu bekommen. Während der Hauptversammlung der aktiven Wehr am 14. Januar prangerte der Wehrführer die Raumprobleme der Wehr im Gerätehaus Waldenau und in der Hauptfeuerwache an. Kurzfristig forderte er von der Stadt die notwendigen Gelder, um dringend erforderliche Sanierungen und Reparaturen an den vorhandenen Gebäuden durchzuführen. Der Raumnot und dem bevorstehenden Beginn der Bauarbeiten am neuen Finanzamt gehorchend, wurde Anfang des Jahres 2000 ein neuer Unterstellplatz für das Oldtimer-Fahrzeug gesucht und gefunden. Das 40 Jahre alte Fahrzeug fand eine neue Bleibe in der Ausstellungshalle der Renault-Vertretung in der Haderslebener Straße.
2001: Das Jahr 2001 begann mit
einem sehr schweren Verkehrsunfall am Abend des 6. Januar auf der A23. Eine
87-jährige war in Pinneberg-Nord auf der falschen Fahrbahn in Richtung
Norden gefahren. Schon nach wenigen hundert Metern kam es zu mehreren
Beinaheunfällen. Die alte Dame hielt zwar kurz an, setzte ihren falschen
Weg jedoch fort. In Höhe des Autobahnrastplatzes "Forst Rantzau"
prallte sie mit ihrem Audi frontal mit einem Fiat zusammen. Drei weitere
Fahrzeuge wurden ebenfalls touchiert, konnten aber durch Brems- und
Ausweichmanöver schlimmeres verhindern. Die Verursacherin verstarb an der
Unfallstelle. Die schwer verletzte Fiat-Fahrerin konnte nach einer halben
Stunde von der Pinneberger Wehr aus dem Fahrzeugwrack befreit werden. Sie
erlag jedoch zwei Tage später ihren Verletzungen im Krankenhaus. In den
anderen Fahrzeugen gab es glücklicherweise nur Leichtverletzte. Die
Trümmerteile der Fahrzeuge waren über mehrere 100 Meter auf der Autobahn
verteilt. Im Oktober tauchten in Pinneberg, wie in vielen anderen Städten des Kreises beziehungsweise Deutschlands, verdächtige Briefe auf. Die Milzbrand-Panik steckte doch sehr tief in der Bevölkerung, so dass die Pinneberger Wehr in mehreren Fällen verdächtige Briefe einsammeln musste. Am 3. Dezember 2001 war es soweit. Nach langer Planung konnte die erste Regionalleitstelle als Pilotprojekt in Schleswig-Holstein in Elmshorn in Dienst gestellt werden. Die Leitstelle West bedient jetzt alle Feuerwehren und den Rettungsdienst in den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen. Sie ist eine der modernsten Leitstellen Deutschlands. 2002: Das Jahr 2002 war für die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg sicher eines der arbeitsreichsten. Man könnte es als das Jahr der "Feiern und Großeinsätze" bezeichnen. Auf der Jahreshauptversammlung am 17. Januar 2002 wurde Uwe Kuhlmann für für weitere sechs Jahre in seinem Amt als Wehrführer bestätigt. Er tritt in diesem Jahr seine nunmehr dritte Amtsperiode an.
Das herausragendste Ereignis war sicher die 125-Jahr-Feier. In der Zeit vom 21. bis 23. Juni wurde in der gesamten Innenstadt ein rauschendes Fest gefeiert. Vom Marktplatz (Oldtimer) über die Rübekamphalle (Messe) und Drosteiplatz (Brandschutzerziehung, Jugendfeuerwehr) bis in die Fußgängerzone (Fahrzeugausstellung) war die gesamte Innenstadt rot! Mehrere tausend Besucher ließen sich verschiedene Einsatzvorführungen zeigen, bestaunten moderne wie alte Feuerwehrfahrzeuge und vergnügten sich bei verschiedenen Spielen auf der Wiese hinter der Drostei. Selbstverständlich wurde auch wieder im Cap Polonio ein großer Festball gefeiert sowie das Wochenende mit einem großen Feuerwerk im Stadion 1 stimmungsvoll beendet. Eine Ausstellung im Stadtmuseum ab dem 12. Mai läutete die Feierlichkeiten ein. Etliche Exponate auch aus privaten Sammlungen wurden zur Vorbereitung des Jubiläumswochenendes der Öffentlichkeit gezeigt. Die Ausstellung konnte bis zum 31. August im Stadtmuseum besichtigt werden. Der Besucher konnte die letzten 125 Jahre Feuerwehrgeschichte in Pinneberg Revue passieren lassen. Mit zahlreichen Effekten und vier Dioramen, die das Tätigkeitsspektrum der Feuerwehren in der heutigen Zeit wiedergaben, wurde der Übergang zur moderne geschafft. Leider musste die Ausstellung wieder abgebaut werden. Eines der Dioramen ist im Eingangsbereich des Schulungsgebäudes der Kreisfeuerwehrzentrale zu betrachten. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde der Feuerwehr Pinneberg ein Renault Kangoo übergeben. Großzügige Sponsoren aus Pinneberg machten dieses Geschenk möglich. Das Fahrzeug wurde komplett ausgestattet übergeben und konnte sogleich in den Einsatzdienst aufgenommen werden. Einen Spitznamen hat dieses Auto auch. In Fachkreisen heißt es Skippy, wie ein gleichnamiges Känguru.
Weitere Bilder gibt´s hier: Impressionen. Kameraden unserer Partnerstadt Rockville (Maryland USA) besuchten uns anlässlich des Jubiläums. Vom Donnerstag, den 20.Juni bis zum 28. Juni weilten sie in Pinneberg. Dabei übernachteten die Gäste in den Familien der Feuerwehrangehörigen. Während des Jubiläums wurden unsere Gäste in das Programm integriert und beteiligten sich an den Übungen sowie an den Fackelumzügen. Ab Montag stand dann ein anstrengendes Besuchsprogramm auf dem Zettel. Neben Berlin, Lübeck und Hamburg wurde auch die nähere Umgebung besichtigt. Für die Feuerwehrleute war natürlich jedes Mal von Interesse, wie die Feuerwehren in diesen Städten arbeiten. Am 27. Juni fand im Gerätehaus Waldenau der diesjährige Dienst zur freien Verfügung statt. In diesem Jahr halt nur nicht zur freien Verfügung sondern zur Verabschiedung unserer Freunde aus den USA, die am nächsten Tag gen Heimat flogen. Einige wenige Gäste sind dann auch direkt vom Gerätehaus Waldenau über die Feuerwache Pinneberg zum Flughafen gefahren. Hier der Bericht: Besuch aus USA. Zu den Unwettereinsätzen des Jahres 2002: Bereits
in der Nacht vom 28. auf den 29. Januar waren durch einen Sturm zahllose
Bäume umgestürzt: 12 Einsätze. Am 12. Februar setze ein kräftiger
Regen zahlreiche Keller unter Wasser: 8 Einsätze. Aber wir waren
steigerungsfähig: Am 26. Februar zog das Sturmtief "Anita"
über Schleswig-Holstein hinweg und bescherte uns durch umgestürzte
Bäume und Gerüste sowie herabfallende Gebäudeteile 37 Einsätze. Vom
17. bis 19. Juli zog das Tiefdruckgebiet "Claudia" über den
Norden Deutschlands hinweg und setzte ganze Landstriche unter Wasser.
Überall im Norden mussten Keller gelenzt werden, Deiche gesichert
werden sowie zahllose Straßen und Bahnstrecken gesperrt werden. Im
Kreis Pinneberg drohte die Haseldorfer Marsch überzulaufen. Die
Pinneberger Feuerwehr unterstützte mit zahlreichen Kräften. Bereits am 1. August überquerte Pinneberg das nächste Starkregengebiet und bescherte uns erneut 36 Lenzeinsätze. Achtzehn weitere Sturmeinsätze waren in der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober zu bewältigen. Aber es gab auch noch andere größere Einsätze: Am
23. Januar zündete ein Selbstmörder sich und sein Haus an. Das
Gebäude brannte komplett nieder. Feuerwehrkameraden fanden bei den
Aufräumarbeiten die Leiche des Hausbesitzers.
Am
27. September explodierte in einer Pinneberger Umspannstation ein
Stromwandler. Dadurch wurde das Gebäude schwer beschädigt und im
gesamten Stadtgebiet fiel über Stunden der Strom aus.
Am
3. Oktober schlug ein Brandstifter nunmehr das vierte Mal in einem
Gebäudekomplex in der Lindenstraße zu. Diesmal wurden mehrere Fahrzeuge in einer Tiefgarage Opfer
der Flammen. Durch die enorme Hitze- und Rauchentwicklung war der
Brandherd kaum zu erreichen. Es entwickelte sich einer der bisher
größten Atemschutzeinsätze der FF Pinneberg, bei dem weitere Wehren
zur Unterstützung angefordert werden mussten.
Am
7. November das nächste Großfeuer: In einem Gewerbegebiet brannte eine
Halle. Da in diesem Gebiet die Wasserversorgung sehr schlecht ist,
mussten einige Nachbarwehren zum Aufbau einer umfangreichen
Wasserversorgung alarmiert werden. Am
12. November kam es in einem Staubfilter eines Industriebetriebes zu
einem Schwelbrand. In stundenlanger Arbeit unter Atemschutz wurde der
Filter demontiert und der schwelende Kunststoffstaub abgelöscht. Ein
Großteil der eingesetzten Geräte und Schutzbekleidungen mussten danach
aufwändig gereinigt werden. Und
wie das Jahr begann, so endete es: Am 21. November entzündete ein
Selbstmörder Benzin in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Durch
die anschließende Explosion geriet die komplette Wohnung in Brand. Nur
mit Mühe konnte ein Übergreifen auf andere Wohnungen verhindert
werden. Der Mann überlebte schwerverletzt. Aber es gab auch noch mehr Erfreuliches: Ende November wurde der neue Einsatzleitwagen (ELW 2) der Firma Ziegler in Dienst gestellt. Es ersetzt einen ELW der Firma Metz aus dem Jahr 1981. Bereits im Sommer wurde der Abrollbehälter "Transport" zu einem Abrollbehälter "Atemschutz/Strahlenschutz" umgebaut. Neben
dieser Großveranstaltung galt es natürlich auch wieder viele Einsätze
abzuarbeiten. Insbesondere die zahlreichen automatischen Brandmeldeanlagen
Pinneberger Betriebe bescherten uns viele zumeist überflüssige Alarme. So
wurden wir von den 306 Gesamtalarmen des Jahres 2004 allein 98 mal mit dem
Stichwort "BMA" (BrandMeldeAnlage) alarmiert. Dazu kamen dann noch
40 Unwettereinsätze, davon allein 15 am 9. Juni, als eine Unwetterfront
über Pinneberg hinweg zog.
Aber
es gab in diesem Jahr noch weit erfreulicheres: Nach langer und sehr
erfolgreicher Vorarbeit durch unseren "Ausschuss für
Fahrzeugbeschaffungen" konnten im Jahr 2004 gleich drei neue Fahrzeuge
in Dienst gestellt werden: 2005: Ein ruhiges Jahr liegt hinter uns. Das Einsatzgeschehen beschränkte sich vorwiegend auf den "täglichen Kleinkram" wie Türöffnungen, Fahrstuhlklemmer und Alarmen aus Brandmeldeanlagen. Unter einem besonderen Stern stand der diesjährige Frühschoppen des Förderungsringes der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg: Es konnte das 50-jährige Bestehen gefeiert werden! Gegründet wurde er am 01. Oktober 1954 von Bürgermeister Henry Glismann und einigen verantwortungsvollen Bürgern unserer Stadt. Waren es anfangs hauptsächlich Unternehmer und Geschäftsleute, die diesen Ring bildeten, so sind es heute zunehmend Privatpersonen, die Mitglieder dieses Fördervereins sind und werden. Am 22.Mai.2005 wurde das Jubiläum im Rahmen eines Frühschoppens mit ordentlicher Mitgliederversammlung gefeiert. Auf letzterer wurde dann einstimmig beschlossen, zukünftig aus der Kasse des Förderungsringes auch die Jugendfeuerwehr der Stadt Pinneberg zu fördern. Im September wurde dann endlich der lang ersehnte Abrollbehälter Rüst geliefert. Dieser wurde nötig, da der im vergangenen Jahr beschaffte Rüstwagen kleiner beschafft wurde als durch die gültige Norm eigentlich notwendig gewesen werden. Das so nicht unterzubringende Material konnte nun auf dem neuen AB-Rüst verlastet werden. Ein Highlight des Jahres war die Realisierung des lange geplanten Anbaus an der Hauptfeuerwache in Pinneberg. Baubeginn war im Juli und die Übergabe des fertigen Baus erfolgte pünktlich zu unserer Weihnachtsfeier am 9. Dezember. Im Erdgeschoss bietet eine weitere Halle Platz für Abrollbehälter sowie Einsatzfahrzeuge wie MTW, GW-N und PKW. Im Obergeschoss ist Raum entstanden für ein neues Vorstandszimmer, ein Geschäftszimmer sowie vier kleine Lagerräume. Die im Altbau freigewordenen Räume stehen jetzt der Jugendfeuerwehr zur Verfügung genutzt, die nun endlich ausreichend Platz für Ihre Arbeit hat.
--> Bilder vom Bau Für die geplante neue Remise des Gerätehauses Waldenau wurden in diesem Jahr auch endlich die notwendigen Gelder bewilligt, so dass auch hier die Ausschreibung Ende des Jahres erfolgen konnte.
2006: Der Monat Februar bescherte uns nach längerer Pause einmal wieder einen dramatischen Wohnungsbrand. Im von-Ahlefeldstieg konnte eine Frau nur knapp aus ihrer brennenden Wohnung gerettet werden. Die schwer verletzte Frau wurde ins Krankenhaus nach Hamburg gebracht und überlebte glücklicherweise. --> Einsatzbericht. Nur zwei Tage später wurde das Vereinsheim eines Tennisclubs ein Opfer der Flammen. Besonders tragisch war dies, da das Gebäude auch für die Jugendarbeit in Pinneberg Nord benutzt wurde. --> --> --> --> Einsatzbericht. Im April konnte endlich mit den Arbeiten für die neue Remise des Gerätehauses in Waldenau begonnen werden. Die drei Einsatzfahrzeuge konnten in einer alten Halle in der Nienhöfener Straße untergebracht werden.
Weitere Links:
2007:
Das Jahr begann mal wieder mit einem Paukenschlag: Bereits ab dem 16. Januar
warnte der Deutsche Wetterdienst vor dem Orkantief "Kyrill". Zwei
Tage später war es dann soweit: Kyrill tobte über ganz Deutschland! Es
sollte der wohl schwerste Orkan seit mindestens 20 Jahren werden. Ganze
Wälder wurden zerstört, die Deutsche Bahn stellte in mehreren
Bundesländern den Betrieb komplett ein, mehrere Menschen kamen zu Tode. Das nächste Unwetter aus der mittlerweile
schon üblichen Reihe "Wasser" erwartete uns am 20. Juni. Von
16:34 Uhr bis gegen 23:00 Uhr mussten 99 Einsätze abgearbeitet werden.
Diesmal besonders betroffen war die Innenstadt, wo das Wasser in zahlreiche
Geschäfte eindrang. Zwei Großfeuer in Pinneberg sowie vier nachbarschaftliche Löschhilfen bei Großfeuern bescherte uns dieses Jahr. Im von Ahlefeldstieg brannte am frühen Morgen des 5. August der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses. Personen wurden zum Glück nicht verletzt. --> Einsatzbericht Am Sonntag, dem 4. November, lösten um 2:24 Uhr die Meldeempfänger aus. "Gebäudebrand in voller Ausdehnung - vermutlich noch Personen im Gebäude" lautete die Meldung. Vier Personen konnten durch Atemschutztrupps schnell gerettet werden, die Katze der Familie kam in den Flammen leider um. --> Einsatzbericht Zur Unterstützung bei Großfeuern wurden wir in diesem Jahr dreimal nach Wedel sowie einmal nach Appen alarmiert. Am 30. Januar brannte in Wedel eine Notunterkunft, am 27. Oktober brannte eine Wohnung im 3. OG eines überwiegend von Studenten bewohnten Hochhauses und am 30. Oktober brannte eine einsam im Wald gelegene Villa in voller Ausdehnung (--> Einsatzbericht). Die Freiwillige Feuerwehr Appen rief uns am 17. November zur Unterstützung bei einem Dachstuhlbrand (--> Einsatzbericht). Damit wurden im Jahr 2007 428 Einsätze abgearbeitet. Das ist nach dem Jahr 1995 der bisher zweithöchste Wert in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg! In diesem Jahr konnten wir endlich die
immer wieder verschobenen Fahrzeugersatzbeschaffungen tätigen. Im April
wurde das neue TLF 20/40-SL
als Ersatz für das TLF 24/50
aus dem Jahre 1984 in Dienst gestellt. Gemäß des Ersatzbeschaffungsplanes
aus dem Jahr 2002 hätte Im Oktober konnte dann das Waldenauer LF 8 aus dem Jahre 1985 gegen ein modernes LF 10/6 ausgetauscht werden. Auch dieses Fahrzeug wurde mit zwei Jahren Verspätung in Dienst gestellt. Das LF 10/6 ist ebenfalls mit einer CAFS-Anlage ausgestattet. 2008:
Ein großes Thema in Feuerwehrkreisen ist seit einiger Zeit der
Mitgliederbestand. Vielerorts stehen den Wehren nicht mehr genug aktive
freiwillige Feuerwehrleute zur Verfügung. Viele Aktionen zur
Mitgliedergewinnung wurden landesweit gestartet. Insbesondere Frauen standen
im Mittepunkt der Werbeaktionen. Beispielhaft sei hier die Aktion
"Frauen an den (Brand-)Herd" des DFV genannt. Bei der
Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg ist die Tendenz glücklicherweise genau
andersherum. Zum Ende des Jahres 2008 ist die Freiwillige Feuerwehr
Pinneberg auf insgesamt 149 Mitglieder angewachsen! Das sind neun mehr als
im Vorjahr! Davon stehen allein 101 aktive Kameraden sowie weitere sechs
Reservisten zur Verfügung. Die Jugendfeuerwehr hat, wie schon in den ganzen
letzten Jahren, einen stabilen Bestand von 21 Kameradinnen und Kameraden.
Eine ganz besondere Ausbildungsveranstaltung für unsere Atemschutzgeräteträger konnte im Oktober organisiert werden. Durch gute persönliche Kontakte erhielten wir die Möglichkeit, bei der Deutschen Marine in Neustadt an der Ostsee an einer Einsatzübung "Schiffsbrandbekämpfung" auf der ehemaligen Fregatte "Köln" zusammen mit einem Ausbildungslehrgang der Marine teilzunehmen. Die Enge und auch die entzündeten Gasfeuer in dem Schiff sowie natürlich insbesondere auch die zu beachtenden Besonderheiten der Schiffsbrandbekämpfung stellten die Kameraden vor ganz ungewohnte Herausforderungen. Einen ausführlichen Bericht gibt es hier. 2009: Es sehr ruhiges Jahr liegt hinter uns. Die gut 300 in aller Regel sehr unspektakulären Einsatzen liegen im langjährigen Mittel. Die weiterhin gute Situation bei der Anzahl unserer Mitglieder führt dazu, dass der Vorstand sich nicht mehr in der Lage sieht, Ausnahmen von unserem schon lange bestehenden Aufnahmestopp für externe zu machen. Es werden bereits seit vielen Jahren nur noch Mitglieder der eigenen Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr aufgenommen sowie auch Kameraden anderer Wehren, die umzugsbedingt nach Pinneberg gekommen sind. Aufnahmegesuche bislang feuerwehrfremder Personen müssen leider abgelehnt werden. Dies führt in diesem Jahr erstmals zu Unruhe in der Wehr. Die
Serie der Ersatzbeschaffungen unserer Einsatzfahrzeuge setzt sich fort: Im
Januar kommt das neue
HLF 20/16 für den Standort Waldenau.
Wiederum ein Fahrgestell von Mercedes-Benz mit einem Ziegler Aufbau.
Trotz Finanzkrise ist es der Stadt Pinneberg gelungen, die notwendigen
Gelder für die Ersatzbeschaffungen für das LF 16 und das TroTLF 16 in den
Haushalt einzustellen. Somit konnte der Ausschuss
"Fahrzeugbeschaffung" in diesem Jahr die Beschaffung gleich zweier
neue Fahrzeuge betreuen. Eine nicht unerhebliche Belastung des auch in
diesem Jahr viel gelobten Ehrenamtes! Zu einem für uns eher gewöhnlichen, für viele Bewohner der Stadt Pinneberg aber dramatischen Einsatz wurden wir am 31. Juli um 15:36 Uhr alarmiert. Durch den Versuch, Unkraut mit einem Gasbrenner zu entfernen, war der hölzerne Anbau an dem "Altpinneberger Bürgerhaus" an der Ecke Verbindungsstraße / Fahltskamp in Brand geraten. In dem Gebäude waren das Samlandmuseum, die Kreisgemeinschaft Fischhausen sowie die AWO untergebracht. Durch den Rauch, der durch das Gebäude zog, wurden viele Ausstellungsstücke stark beschädigt. Hier der Einsatzbericht. |
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