Geschichte

Auf dieser Seite informieren wir Sie umfangreich über die bisherige Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg. Wir beginnen mit den Anfängen des Brandschutzes im Jahre 1739 unter dänischer Herrschaft, gehen über die 125-Jahr-Feier im Jahre 2002 bis hin zu dem heutigen Tag.

 

Übersicht

 

 

Aus den Anfängen des Brandschutzes und der Feuerwehr in der Herrschaft Pinneberg

Am 29. August 1739 erließ Dänenkönig Christian VI. – der Flecken Pinneberg war zu dieser Zeit dänisch – die „Königliche Generale Brand-Gilde und Assecurance-Casse-Verordnung für die Herrschaft Pinneberg“. Diese Verordnung regelte aber nicht nur die Feuerversicherung, wie der Titel vermuten ließe, sondern im 1.Teil Bau- und Verhaltensvorschriften zur Feuerverhütung und im 2.Teil die Brandbekämpfung also die Feuerwehr, die folglich eine Pflicht- oder Zwangsfeuerwehr für alle Hausbesitzer war.

Zur Brandbekämpfung sollte jeder Nachbar dem anderen zur Hilfe kommen. Dazu musste in jedem Haus ein Ledereimer und ein Dachstuhl (an das Dach zu hängender Tritt), in jeweils zwei Haushalten eine 16–18 Fuß lange Leiter und für je vier Häuser ein Feuerhaken vorhanden sein.
Der Landdroste hatte dem König einen angesehenen Bürger als Branddirektor zur Bestätigung vorzuschlagen. Dazu gehörten, je nach Größe des Fleckens oder des Dorfes, 1-5 Brandaufseher.
Jeder Einwohner hatte nach Feststellung eines Feuers sofort Alarm zuschlagen, damit die Brandaufseher die Sturmglocke läuten konnten. Alle Hauswirte mit ihren Mägden und Knechten, ausgenommen (Ehe)Frauen und Kinder, hatten mit den Löscheimern und den anderen Geräten zur Brandstätte zu eilen und dort den Anweisungen der Brandaufseher folge zu leisten. Fehlende mussten Geldstrafe zahlen; mit diesen Beträgen wurden bei der Brandbekämpfung körperlich Geschädigte unterstützt.

Ledereimer gehörten nach dem Erlass von 1739 in jedes Haus. Die Eimer waren mit dem Namen des Besitzers und weiteren Angaben beschriftet.

 

Ein erstes Spritzenhaus wird auf dem Dreieck Rübekamp/ Dingstätte gebaut. Im Jahre 1801 bekommt der Branddirektor eine eigene Uniform verordnet. Jedes Gebäude erhielt eine Brandkataster-Nummer. 1862, also noch zur „dänischen Zeit“, wird das Spritzenhaus abgebrochen, weil sich der Baron Dirckling-Hohmfeld dort ein Wohnhaus errichten will. Die Brandwehr zieht in ein neues, größeres Spritzenhaus in die Lindenstraße auf dem  heutigen Schulhof der Karl-Sörensen-Schule.

Im Jahre 1876 brach in der Möbelfabrik Seiffert in der Bahnhofstraße / Ecke Moltkestraße ein Feuer aus. Dieses Großfeuer entlarvte die völlig unzureichenden Mittel und die mangelnde Ausbildung des bestehenden Brandcorps. Die Mitglieder dieser Pflichtfeuerwehr bildeten eine fast 600 m lange Eimerkette bis hinunter zur Pinnau. Ehe die Eimer den Brandherd erreichten waren sie fast leer, so dass die Handdruckspritze nicht betätigt werden konnte. Und nicht nur das: um die Möbel zu „retten“ warf man sie aus dem 1. Stock auf die Straße!!


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Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Pinneberg

Dieses Debakel bewog die Pinneberger zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr.
Nachdem beschlossen wurde, in Pinneberg eine freiwillige Feuerwehr zu gründen und zuvor einen Bogen zur Unterschrift umhergesandt, wird zu diesem Zwecke den 2. August 1877 eine Versammlung im „Trichter“ (Gaststätte von „James“ Subbe, Bahnhofstraße) abends Uhr 8 1/2 , wo der bestimmte Beschluss gefasst wird, die freiwillige Feuerwehr zu gründen und wird gleich zur Wahl des Vorstandes gegangen“, so beginnt die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Pinneberg.

Heinrich Steen, 1877-1904 erster Wehrführer der FF PInneberg



Eine Woche später, am 9. August 1877, wurde im Vereinslokal Trettau die erste Generalversammlung abgehalten. Die erschienenen 27 Freiwilligen teilte man in Gruppen als Steiger, Spritzenmannschaften, Schlauchmannschaften und Hornisten auf.

Am 1. November 1877 folgte die dritte Generalversammlung auf der bestimmt wurde, dass bei Feuer einer der Hornisten den Kommandeur zu wecken habe, um anschließend mit den anderen Hornisten durch die eingeteilten Straßen der Stadt zu eilen und das Feuerhorn zu blasen habe. Die Häuser der Hornisten versah man mit Meldeschildern.

Ein Ehrengericht wurde gewählt, das am 4. Dezember 1877 erstmalig zusammen trat. So hatte sich das Ehrengericht z. B. mit Sündern zu befassen, die „nach beendeter Löschübung in Uniform noch nach 23.00 Uhr abends in Lokalen weitere Löschversuche auf eigene Faust unternommen haben“. 

Die Ausrüstung im ersten Jahr war noch recht bescheiden. Außer einigen Hakenleitern und einer Spritze mit 20 Meter Schlauch war so gut wie nichts vorhanden. Doch der Diensteifer der Freiwilligen, die sich um ihren Hauptmann Steen scharten und pünktlich zu den Übungsstunden kamen, trug bald im Ernstfall seine Früchte.

Aus den Anfängen: Auf den ersten drei Seiten der Chronik sind die Beschlüsse vom Gründungsabend der FF Pinneberg nachzulesen. Das erste Mannschaftsfoto (um 1880) zeigt die Steigermannschaft mit ihren Gerätschaften und dem Leiterwagen.

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1878 bis 1899

Auf einer Generalversammlung forderte man, passive Mitglieder zu suchen, die bereit sind, einen Jahresbeitrag von zwei Mark zu zahlen, um Schulden abzudecken. Für Löschhilfe bei Nachbargemeinden sollte ein Betrag von 150 Mark genommen werden. Mit Mehrheit wurde Bürgermeister Gätjens zum Ehrenmitglied ernannt. Regenjacken, Handschuhe und Beile wurden angeschafft. 

1879 wurde eine Unterstützungskasse gegründet. An jedem ersten Donnerstag im Monat trat der Vorstand zusammen. Die Kasse wies einen Betrag von 71,58 Mark aus. Man beschloss, einen Verbandstag nach Pinneberg zu berufen. 600 Bürger unserer Stadt erklärten sich bereit, auswärtige Kameraden als Gäste aufzunehmen. Eine Offerte über Nebelhörner wurde angefordert. Der Kontakt zur Bevölkerung sollte verbessert werden. Bei Feuer wurde ein Posten am Spritzenhaus abgestellt. Verstorbene Kameraden trug man in Uniform zu Grabe.

Alle zwei Jahre wurden die aktiven Mitglieder durch Handschlag neu verpflichtet. Aus den Reihen der Turner ergänzte sich laufend die Pinneberger Wehr, so dass vom Jahre 1882 ab nur noch kerngesunde Bürger aufgenommen wurden. Die Feuermeldestellen richtete man ein, und zwar in der Bahnhofstraße und in der Mühlenstraße. 100 Meter Schlauch und 3 Schlauchhaspeln wurden angeschafft sowie mehrere Brunnen im Stadtgebiet errichtet. 

Der Hornist W. Matthießen forderte die eventuelle Gründung eines Spielmannzuges. An rege Dienstbeteiligung wurde appelliert, da sonst der Ausschluss erfolgte. Die Statuten sollten geändert werden. Hierfür ernannte man eine Kommission. Für besondere Anlässe veranstaltete man einen Fackelumzug. 1884 machte die gesamte Wehr einen Fußmarsch nach Borstel.

Die Dienstbeteiligung ließ teilweise zu wünschen übrig. Daher wurde festgesetzt, dass für dreimaliges unentschuldigtes Fehlen der Ausschluss erfolgte.

Mit einer Einlage von 100 Mark wurde eine Feuerwehrunterstützungskasse gegründet. Jeder Kamerad musste sich ab sofort mit 50 Pfennig daran beteiligen. Es wurde beschlossen, dass Kameraden, die längere Zeit krank waren, 25 bis 40 Mark je nach Bedürftigkeit aus der Unterstützungskasse erhalten. Spenden und sonstige Einnahmen gingen ebenfalls in die Kasse für bedürftige Kameraden. 

Das erweiterte Spritzenhaus in der Lindenstraße, rechts die Ernst-Paasch-Turnhalle

1889 hatte die Wehr 67 aktive Feuerwehrmänner. Die Neuverpflichtung aller Kameraden fand jetzt alle 3 Jahre statt.

Den vierten Kreisfeuerwehrtag des Kreises Pinneberg berief man 1896 nach Pinneberg. Im gleichen Jahr wurde das Spritzenhaus in der Lindenstraße renoviert und erweitert, außerdem erhielt es einen Schlauchtrockenturm. 

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1900 bis 1920

Claus Glismann, 1904-1919 zweiter Wehrführer der FF Pinneberg

Hauptmann Steen schied am 17. November 1904 aus und wurde zum Ehrenhauptmann ernannt. Die Versammlung wählte einstimmig Claus Glismann zum 1. Hauptmann. 

1905 kam die erste mechanische Schiebeleiter in der Stadt Pinneberg zum Einsatz. Mit dieser Schiebeleiter wurde die Rettung von Personen und die Feuerbekämpfung auch in größeren Höhen wesentlich erleichtert.

Durch Beihilfe der Stadt und einiger Bürger wurde ein Rauchhelm angeschafft. Die hierfür benannten Kameraden erhielten ihre Ausbildung bei der Altonaer Berufsfeuerwehr. Bei der Firma Wille in der Bahnhofstraße wurde eine Dampfsirene installiert. Jeder Kamerad erhielt einen Lederschmalgurt, der Preis betrug 2,25 Mark. Eine Mark musste jeder selber tragen. Der Rest wurde aus der Kameradschaftskasse bezahlt.

30-jähriges Stiftungsfest: Die Aufnahme oben entstand auf dem Schulhof der Mädchenschule im Kirchhofsweg (heute Helene-Lange-Schule). Im Hintergrund ist die 1905 beschaffte Schiebeleiter zu sehen.
Im Jahr 1907 wurde das Pinneberger Dorf eingemeindet. Das Pinneberger Dorf unterhielt eine eigene 22-Mann-Feuerwehr, so dass sich der Personalbestand und die Ausstattung der Wehr mit Löschgerät erheblich verbesserte.

Für Nichterscheinen bei einer Übung musste ein Strafgeld von 50 Pfennig bezahlt werden. Die Steigerleinen tauschte man nach 25 Jahren aus.

1910 verpflichtete man bestimmte Kameraden, die im Ernstfall mit ihren Pferden für die Bespannung der Löschgeräte sorgten. Als Entschädigung wurden 5 Mark vereinbart, die der bekam, der als Erster mit seinen Pferden am Spritzenhaus war. 

Die Wehr hatte 90 Mann mit fünf Spritzen, 1000 Meter Schlauch, eine mechanische Schiebeleiter und einen Schlauchwagen mit Leitern und Haken. Im Sterbefall eines Kameraden erhielten die Angehörigen 100 Mark Unterstützung. Für die Finanzierung musste jeder Kamerad jährlich 50 Pfennig bezahlen.

Im Jahre 1913 begann man in der Stadt die öffentliche Wasserversorgung aufzubauen. Die eingebauten Hydranten sicherten im Brandfall einen schnelleren und besseren Löscherfolg.

Hauptmann Glismann wurde wiedergewählt. Der Dienst fand ab sofort monatlich statt. Zu einer außerordentlichen Versammlung im Jahre 1914 kamen 62 Kameraden. 17 aktive Feuerwehrmänner befanden sich im Heeresdienst. 

Für eventuell im Kriege gefallene Kameraden errichtete man eine Sterbekasse. Aus der Kasse wurden 75 Mark für Kriegshilfe und 75 Mark für das Rote Kreuz gezahlt. Die Kameraden die im Feld waren, erhielten ein Liebesgabenpaket im Werte von drei Mark. Die Familien der betreffenden Kameraden erhielten zehn Mark zu Weihnachten. Eingezogene Feuerwehrkameraden wurden bei der schleswig-holsteinischen Kriegshilfe mit einer Prämie von zehn Mark versichert. Im Todesfall erhielt die Familie 125 Mark. 30 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg waren zum Kriegsdienst eingezogen worden. Die Übungen wurden bis Kriegsende wegen Mangel an Mannschaften eingestellt. 

Friedrich Strupp, 1919-1933 Dritter Wehrführer der FF Pinneberg

Wehrführer Glismann trat am 12. Juni 1919 zurück und wurde zum Ehrenhauptmann ernannt. Sein Nachfolger wurde Friedrich Strupp. 1920 setzte man fest, dass an jedem zweiten Donnerstag im Monat Dienst ist.

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1921 bis 1925

Musikkapelle: Ein Trommel- und Pfeifencorps gab es schon lange, ab 1921 auch eine Musikkapelle

Im Januar 1921 erfolgte die Gründung einer Musikkapelle unter Leitung des Kapellmeisters Schmidt. Zu erwähnen sei noch, dass die Stadt im Jahre 1925 für die Wehr 90 neue Joppen anschaffte. Die immer noch bestehende Pflichtfeuerwehr (städtische Feuerwehr) wurde am 12. Juli 1923 aufgelöst. Die letzten Mitglieder hatten zur Freiwilligen Feuerwehr, die inzwischen die meisten Aufgaben übernahm, gewechselt.

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1926 bis 1930

Im Jahre 1926 wurde festgesetzt, dass derjenige, der zuerst mit seinen Pferden am Gerätehaus war, zehn Mark bekommt. Bei einer Zählung der Hydranten wurden 32 Ober- und 85 Unterflurhydranten vermerkt. 

1927 erfolgte die Gründung der Löschgruppe Waldenau. Da in diesem Jahr die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg 50 Jahre bestand, machte die Stadt der Wehr mit einer neuen Automobil-Motorspritze ein besonderes Geschenk. Gleichzeitig hielt man am 6. April des Jahres 1927 die letzte Übung am alten Gerätehaus in der Lindenstraße ab. Am 16. Juni zogen die Kameraden mit ihren Geräten in die neue Wache an der Bismarckstraße ein. 

1929 installierte man eine so genannte Weckerlinie, durch die dann die Alarmierung erfolgte. Zur Vervollständigung der Fahrzeuge schaffte man einen Mannschaftstransportwagen an. Ab April 1930 gab es jeden Sonnabend Probealarm über die Weckerlinie.

Die erste Automobilspritze wurde am 8. September 1927 in Dienst gestellt. Das Modell "Magirus" zum Preis von 21.366 Mark war ein Geschenk der Stadt zum 50-jährigen Jubiläum der Wehr. Die neue Feuerwehrwache am Bismarkplatz (heute Standort des Finanzamtes)

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1931 bis 1935

1931 verfügte die Wehr über 110 aktive Kameraden. 1933 trat Friedrich Strupp als Hauptmann zurück und somit wurde am 8. April Oberbrandmeister Arnold Seeger zum neuen Wehrführer gewählt. Die Amtszeit von Kamerad Seeger betrug nur 1 Jahr, denn bereits 1934 kam Hauptbrandmeister Wilhelm Siegert an die Spitze der Wehr. Nach 1933 wurde, im Zuge der Zeit folgend, der Freiwilligen Feuerwehr ihr Vereinscharakter genommen und sie der Feuerlöschpolizei unterstellt. Als deutliches äußeres Anzeichen wurden alle vorhandenen Löschfahrzeuge dunkelgrün lackiert. Trotzdem standen sie - zusammen mit den bei Kriegsanfang dienstverpflichteten Bürgern - auf ihren Posten.

Arnold Seeger, 1933-1934 vierter Wehrführer der FF Pinneberg Wilhelm Siegert, 1934-1938 fünfter Wehrführer der FF Pinneberg

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1936 bis 1945

Hans Möller, 1938-1946 sechster Wehrführer der FF Pinneberg

Die Musikkapelle wurde 1936 aufgelöst. Am 26. Juli 1938 stellte Wehrführer Siegert sein Amt zur Verfügung. Als Nachfolger trat Oberbrandmeister Hans Möller dessen Dienst an. Er war den politischen Machthabern wesentlich genehmer als der Kamerad Siegert.

Das Jahr 1943 brachte den Kameraden die härtesten Einsätze in Wedel, Hamburg, Elmshorn und sogar in Kiel. Tage- und Nächtelang bekämpften sie die von Bomben geschlagenen Brandwunden in den Städten. Weil viele Kameraden im Kriegsdienst waren, wurden ab Oktober auch Frauen dienstverpflichtet. In Pinneberg selbst hatte die Wehr damals nur wenig zu tun. Bis auf Brandbomben am Damm und gelegentliche Bombenabwürfe auf die Feldmark blieb die Kreisstadt vom Luftkrieg verschont. 

Der Fahrzeugbestand wurde beträchtlich erweitert, und zwar durch die Anschaffung eines LF 15 (1.500 l Pumpenleistung in der Minute), zweier LF 8 (800 l/Min.), eines Tankwagens (2.000 l Fassungsvermögen) und einer Tragkraftspritze für die Löschgruppe Waldenau. Mit diesen Fahrzeugen wurden schwere Einsätze gefahren unter anderem in Wedel, Hagenbecks Tierpark in Stellingen, am Baumwall und im Petroleumhafen, wobei die Tragkraftspritzen zu Löscheinsätzen auf Schuten verladen wurden. Ein besonders schwerer Einsatz war in Schulau bei der Öl-Raffinerie, weil dort rund 80 Bomben mit Zeitzündern eingeschlagen hatten. Ferner fuhren die Wagen noch nach Kiel, Elmshorn, in den Großraum Hamburg und Prisdorf, wo ein Munitionszug in Brand geraten war. Ansonsten waren die Fahrzeuge an 4 Stellen im Stadtgebiet stationiert worden. 

Da zu dieser Zeit viele Kameraden im Krieg waren, wurden 77 Pinneberger Bürger dienstverpflichtet. Dankenswerterweise sorgte Stadtrat Richard Habedank, der auch Mitglied der Feuerwehr war, während der Einsätze für ausreichende Verpflegung. 

Gegen Ende des Krieges wurde die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg für kurze Zeit aufgelöst, weil die Berliner Feuerwehr auf Anforderung der Besatzungsmacht in Pinneberg den Brandschutz übernehmen musste. Die Berliner Feuerwehr hatte sich auf obersten Befehl mit der Mannschaft und allem Gerät vor der anrückenden Sowjetarmee in Sicherheit gebracht und in Pinneberg Unterschlupf gefunden. Sie hatte während dieser Zeit ein Großfeuer bei Hansen und Limburg (heute Kunstmann) zu bekämpfen, welches durch Brandstiftung entstanden war.

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1946 bis 1955

Theodor Rathje, 1946-1958 siebter Wehrführer der FF Pinneberg

Mit Beginn des Jahres 1946, und zwar am 15. Februar, wurde Oberbrandmeister Theodor Rathje zum neuen Wehrführer gewählt. Unter seiner Leitung hatte die Wehr mehrere Großbrände zu bekämpfen. Am 7. März 1952 kam es zu einem Großfeuer bei der Firma Holz-Lüders in der Elmshorner Straße (heute Iduna-Zentrum). Außerdem brach 1952 in dem Kraftfutterwerk Schmidt & Co. ein Großfeuer aus, das die Wehr mit neun Rohren und der neuen 17 Meter hohen Anhängeleiter niederkämpfte. Da das Werk beim Eintreffen der Fahrzeuge bereits in hellen Flammen stand, wurde überwiegend nur das Wohngebäude mit den Büroräumen geschützt sowie ein Übergreifen des Feuers auf das gegenüberliegende Holzlager der Firma Warncke verhindert.

Das Sägewerk brennt: Feuer bei Holz-Lüders

 

Am 15. Mai 1954 wurde unter der Leitung von Bürgermeister Henry Glismann der Förderungsring der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Pinneberg gegründet. Durch diese Mittel, die zur Förderung des Brandschutzes in der Stadt eingesetzt wurden und werden, sollte der Idealismus und die Motivation der freiwilligen Feuerwehrmänner im Kampf gegen den roten Hahn unterstützt und anerkannt werden. Der Bürgermeister sagte auf der Gründungsversammlung, dass es durchaus nicht selbstverständlich sei, wenn zu jeder Tages- und Nachtzeit schnelle Hilfe bei Gefahr bereitstehe. Es gehöre schon ein hohes Maß an Idealismus dazu, immer zu üben, um bei Bränden und böswilligen Alarmen zur Stelle zu sein.

 

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1956 bis 1960

1958 musste die Wehr zu einem Großfeuer bei der Firma „Wita-Reis“ Am Hafen ausrücken. Der durch den Südweststurm entfachte Funkenregen war so groß, dass dieser mehrere hundert Meter weit bis in die Pinneberger Innenstadt getragen wurde. Auf vielen gefährdeten Häusern waren deshalb Brandwachen auf den Dächern. Ein weiteres Handikap waren wieder einmal die geschlossenen Bahnschranken. Dadurch gingen wertvolle Minuten verloren. 

Rudolf Lenkersdorf, 1958-1962 achter Wehrführer der FF Pinneberg

Im Juni 1958 wurde Hauptbrandmeister Rathje zum Kreisbrandmeister des Kreises Pinneberg gewählt und somit trat Oberbrandmeister Rudolf Lenkersdorf dessen Nachfolge als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg an.

1958 erhielt die Pinneberger Wehr eine Drehleiter DL 25 von Metz auf Mercedes-Benz-Fahrgestell. Bei dem Fahrzeug handelte es sich um ein Vorführfahrzeug, das zuvor auf der Weltausstellung in Brüssel gezeigt wurde.

Ein großer Flächenbrand im Buttermoor am Rande des Klövensteen am 19. Oktober 1959 erforderte den Einsatz sämtlicher Kameraden. Insgesamt waren 300 Feuerwehrmänner und 500 Soldaten zur Brandbekämpfung eingesetzt. 15 Tanklöschfahrzeuge aus dem Kreis Pinneberg und Hamburg fuhren pausenlos Wasser heran. 

Anfang April 1960 brach im Möbellagerhaus der Firma Fenske in der unteren Dingstätte ein Großfeuer aus. Durch das konzentrierte Eingreifen der Wehr mit 18 Strahlrohren konnte eine Katastrophe für die Pinneberger Altstadt verhindert werden.

Feuer bei Fenske in der dicht bebauten Altstadt Zurückgelassenes Tanklöschfahrzeug der Berliner Feuerwehr bei dem Feuer bei Fenske

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1961 bis 1965

Bernhard Welzel, 1962-1978 neunter Wehrführer der FF Pinneberg

Mit Erreichen der Altersgrenze trat Hauptbrandmeister Lenkersdorf am 11. Januar 1962 von seinem Posten als Wehrführer zurück. Zu seinem Nachfolger wurde der Schornsteinfegermeister Bernhard Welzel gewählt. 

Der 15. Juni 1963 war für die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg ein ganz besonderer Tag, denn an diesem Tag erhielt die Wehr als erste Schleswig-Holsteins eine komplette Funkanlage. Jetzt war es möglich, die Kameraden außerhalb der Arbeitszeit still zu alarmieren und durch die ausgegebenen 40 Empfänger Meldungen durchzugeben. Ferner konnte durch diese Anlage ein Gegensprechverkehr vom Fahrzeug zur Wache und von Fahrzeug zu Fahrzeug durchgeführt werden. 

Gründung der Jugendfeuerwehr

Erstes offizielles Foto der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg mit dem ersten Jugendwart Helmuth Burgdorf und dem ersten Jugendgruppenleiter Peter Raabe (2. v. li.) während der Gründungsfeier vor dem Hotel "Cap Polonio" am 26. April 1964

Am 26. April 1964 wurde nach langer Vorbereitungszeit die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg gegründet und somit waren endlich die bestehenden Nachwuchssorgen gelöst. Auf der Gründungsfeier im Hotel "Cap Polonio" wurden damals 17 Jungen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren durch Handschlag vom Wehrführer Bernhard Welzel zum Dienst verpflichtet. An dieser Veranstaltung nahmen neben der gesamten Wehr auch der Bürgervorsteher Hagenah, Bürgermeister Kath, mehrere Ratsherren, Kreiswehrführer Rathje und die Eltern der Jungen teil. Nach Moorrege (1960) und Halstenbek (1962) war Pinneberg stolz, die dritte Jugendwehr im ganzen Kreis zu sein. Die Ausbildung der Jugendlichen übernahmen die Kameraden Helmuth Burgdorf und Rolf-Peter Gerlach.

Die Schlagkraft der Pinneberger Wehr wurde durch die Anschaffung eines Wendestrahlrohres (Löschkanone) für die Drehleiter beträchtlich erweitert. Jetzt war es nicht mehr nötig, dass Kameraden mit Schläuchen und Strahlrohren die Leiter bestiegen. Mit Leinen kann die Löschkanone in jede Richtung geschwenkt werden. 

Das schönste Ereignis im Jahr 1965 war die Einweihung des neuen Gerätehauses im Ortsteil Waldenau. In der Fahrzeughalle sind ständig 2 Fahrzeuge stationiert. Somit ist der Brandschutz in Waldenau jederzeit gewährleistet. 

Das Gerätehaus in Waldenau wird feierlich eingeweiht. Das Gebäude mit Sozialtrakt wurde erforderlich, weil durch den langen Anfahrtsweg und die Bahnschranken im Rübekamp die Hilfsfrist nicht eingehalten werden konnte.

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1966 bis 1970

Am 14. April 1966 wurden die ersten 7 Notrufsäulen ihrer Bestimmung übergeben. Von jetzt ab war es möglich, zu jeder Tages- und Nachtzeit Feuerwehr und Polizei kostenlos zu alarmieren.

Der 21. Oktober 1966 war für die Feuerwehr wieder ein denkwürdiger Tag, denn an diesem Tage wurde der Grundstein für den älteren Teil der heutigen Hauptfeuerwache an der Friedrich-Ebert-Straße gelegt.

Rechtzeitig zum 90-jährigen Jubiläum der Wehr wurde die neue Hauptfeuerwache ihrer Bestimmung übergeben. Sie bietet 7 Fahrzeugen Platz. Über der Fahrzeughalle befinden sich 2 Wohnungen für die Gerätewarte und 1 Schulungsraum. Vom Funktisch in der Zentrale kann u. a. die Ampel vor der Wache in der Friedrich-Ebert-Straße für den fließenden Verkehr auf Rot geschaltet werden, damit die Fahrzeuge gefahrlos ausrücken können. Im Rahmen des 90-jährigen Jubiläums erfolgte durch Ehrenkreisbrandmeister Theodor Rathje die Weihung der Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg. Die Kosten für die Herstellung dieser Fahne wurde durch Spenden aufgebracht.

Zur feierlichen Übergabe der neuen Hauptfeuerwache an der Friedrich-Ebert-Straße ist die komplette Wehr angetreten. Der Ehrenwehrführer Theodor Rathje weiht die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg

 

Am 10. Oktober 1969 wurde durch ein Großfeuer die Scheune des Landwirts Werner Krohn vernichtet. Durch die enorme Hitzeentwicklung entstanden an einem Löschfahrzeug schwere Lackschäden. 

Das die Feuerwehr nicht nur für Brandschäden zuständig war, erwies sich wieder einmal bei einem Verkehrsunfall auf der B 5 in Kummerfeld. Dort musste die Wehr mit einem Flaschenzug das Führerhaus eines Transporters auseinanderziehen, um den eingeklemmten Fahrer zu befreien.

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1971 bis 1975

Der 27. Dezember 1972 bescherte der Pinneberger Feuerwehr einen außergewöhnlichen Einsatz. Sie mussten einen gestohlenen Pkw aus dem Baggersee bei den Funktürmen bergen. Dieser Einsatz war insofern schwierig, da erst das Eis auf dem See aufgebrochen und vom Schlauchboot aus ein Abschleppseil am Wagen befestigt werden musste.

Durch den langanhaltenden Sommer im August und September 1975, der mit sehr großer Trockenheit verbunden war, kam es zu der größten Waldbrandkatastrophe in der Bundesrepublik Deutschland. In beiden Bereichen der reinen Nadelholzwälder der Lüneburger Heide bis hin in den Kreis Lüchow Dannenberg an der Elbe wüteten unzählige Waldbrände. Der Kreiswehrführer Walter Michau aus Rellingen stellte eine Bereitschaft Tanklöschfahrzeuge aus dem Kreis Pinneberg zusammen, um der Bevölkerung und den eingesetzten Feuerwehren im Kreis Lüchow Dannenberg zu helfen. Auch das Pinneberger TLF 16 gehörte dazu. Ca. 78 Stunden war die Kreis Pinneberger Bereitschaft im Einsatz und konnte dadurch die kleine Gemeinde Leetzen vor der Zerstörung retten. 

Das Jahr 1976 begann am 3. Januar mit der nächsten Katastrophe. Mit Windgeschwindigkeiten von über 180 Stundenkilometern fegte ein Nord-West-Orkan über Norddeutschland. Die ersten Einsätze waren kurz nach Mitternacht. Eine eingedrückte Außenwand in einem Hochhaus in der Fröbelstraße. Als nächstes drohte der gesamte Dachstuhl eines Wohngebäudes Ecke Bogenstraße/Gärtnerstraße wegzufliegen. Den ganzen Tag über wurden ununterbrochen im gesamten Stadtgebiet Sturmeinsätze gefahren. Kaum einer der eingesetzten Kameraden hatte währenddessen mitbekommen, dass die Wassermassen der Sturmflut die Deiche in der Haseldorfer Marsch und in Niedersachsen im Kedinger Land durchbrachen. Bereits in der Nacht zum 4. Januar waren Pinneberger Kräfte in der Marsch, um die Deichbruchstellen für die schweren Baufahrzeuge auszuleuchten. Bis zum 14. Januar waren ständig Pinneberger Feuerwehrmänner in der Marsch im Einsatz. Wurden anfangs noch in Hetlingen und in Haseldorf Keller gelenzt, so bekam Pinneberg nach 3 Tagen die Aufgabe der Versorgung aller Kräfte in der Marsch. 

Im Sommer 1976 wurde in der Hauptfeuerwache in der Friedrich-Ebert-Straße eine automatische Brandmeldeanlage installiert. An dieser Anlage wurden Gewerbebetriebe, öffentliche Gebäude, Schulen, Banken etc. entweder per Auflage durch die Baugenehmigung oder freiwillig angeschlossen. Bei einem Brandausbruch alarmierte die Anlage über Rauchmelder oder über Druckknopfmelder mittels Standleitung automatisch den Wachhabenden in der Feuerwache, der dann sofort Alarm auslösen konnte.

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1976 bis 1980

1977: Nach zweijähriger Vorbereitung feierte die Wehr vom 1. bis zum 3.Juli 1977 ihr 100jähriges Bestehen. Das umfangreiche Programm begann am 1. Juli mit einer Jugendtanzveranstaltung im Hotel „Cap Polonio“. In der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums fand der offizielle Festakt mit geladenen Gästen statt. Der Wehrführer hielt nach der Begrüßung der über 200 Gäste seinen Rückblick auf 100 Jahre Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg. Viele Gäste überbrachten Glückwünsche und Geschenke. Der anschließende gemütliche Teil ging bis weit nach Mitternacht. 

Ein Schaumbad für die Kinder: Heute aus Umweltschutzgründen nicht mehr machbar

Am Sonnabend, den 2. Juli richtete die Wehr das 2. Pinneberger Innenstadtfest aus. Von 9 bis 17 Uhr war die gesamte Innenstadt mit Leben und Musik erfüllt. Bei herrlichem Sonnenschein waren ca. 20.000 Menschen den ganzen Tag von der Feuerwache bis zum Drosteipark und von der Elmshorner Straße bis zum Fahltskamp unterwegs. Eine große Fahrzeugschau mit vielen unterschiedlichen Feuerwehrfahrzeugen war vom Drosteiplatz bis zur Feuerwache aufgebaut. Es wurden während des gesamten Tages Vorführungen an den Fahrzeugen gezeigt. Von 14 bis 17 Uhr fanden die Wettkämpfe der Jugendfeuerwehren des Kreises Pinneberg im Drosteipark statt. 

Am Abend des 2. Juli hatte die Feuerwehr zum großen Festball im Hotel „Cap Polonio“ eingeladen. Die Karten mit Platzreservierung waren im Vorverkauf sehr schnell vergriffen. Es spielte eine namhafte Kapelle und es traten viele bekannte Künstler auf. Der Unkostenbeitrag betrug damals fünf DM. 

Sonntag, der 3. Juli begann mit der Delegiertentagung des Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg, ebenfalls im Hotel „Cap Polonio“. Ab 13 Uhr fand vor der Feuerwache ein Platzkonzert der Spielmanns- und Musikzüge des Kreisfeuerwehrverbandes statt. Um 14 Uhr Alarm für die Feuerwehr Pinneberg. An mehreren Stellen in der Innenstadt wurden umfangreiche Übungen gezeigt. Ein Flugzeugabsturz auf dem Marktplatz, ein Verkehrsunfall mit Gefahrgut in der Friedrich-Ebert-Straße und der Bau einer Behelfsbrücke über die Pinnau waren die Hauptteile der Übung, die von mehreren tausend Menschen verfolgt wurden. 

Drei Fackelzüge zum Stadion I waren am Abend der Anfang der großen Abschlussveranstaltung. Der große Zapfenstreich und ein Großfeuerwerk bilden den krönenden Abschluss der drei tollen Tage.

Karl Heinz Studemund, 1978-1990 zehnter Wehrführer der FF Pinneberg

1978: Am 25. Januar 1978 wählten die aktiven Mitglieder der Wehr den Fliesenlegermeister Karl Heinz Studemund zum neuen Wehrführer. Er erklärte nach seiner Wahl, er wolle kein neuer Besen von der Sorte sein, der angeblich gut kehrt. Das wichtigste Ziel, das er sich für seine Arbeit als Wehrführer gestellt hat: „Er wolle bei den Pinneberger Bürgern für mehr Verständnis für die Wehr werben.“ 

Nach 16 Jahren Wehrführer wird Bernhard Welzel (58) feierlich verabschiedet. Bürgermeister Kath würdigt die Verdienste des scheidenden Wehrführers. Er sagte: „Bernhard Welzel hat es geschafft, gegen den Willen des Kreises die Wehr mit Funk auszurüsten.“ Bernhard bedankte sich und kündigte an, in der Reserve eine zackige Mannschaft aufzubauen.  

1979: Das Jahr 1979 begann über den Jahreswechsel mit sehr starken Schneefällen, die Anfang Februar mit der Schneekatastrophe ihren Höhepunkt fand. Schneeverwehungen bis zu 4 m Höhe, steckengebliebene Autos und Personen, die aus ihren Fahrzeugen gerettet werden mussten. Ergebnis des sehr ungewöhnlichen Schneeorkans. Da die städtischen Schneepflüge rund um die Uhr fahren mussten, um zumindest die wichtigsten Straßen einigermaßen freizuhalten, wurden sie auch von Pinneberger Feuerwehrleuten besetzt. Es gab ein Fahrverbot für fast eine Woche. Nur Zulieferfahrzeuge der Lebensmittelindustrie und die Feuerwehrkameraden durften fahren. 

Und nach dem Schnee kam Anfang März das Hochwasser. Mit Pumpen und Sandsäcken bekämpften die Feuerwehr und das THW Pinneberg gegen die Fluten. Erstmalig wurde die Autobahn in Höhe der Anschlussstelle Pinneberg-Nord überflutet, so dass sie gesperrt werden musste. 

Nach langer Planungsphase wurde Anfang 1979 mit den Arbeiten am Anbau der Hauptfeuerwache begonnen. Eine Remise, eine große Werkstatt und eine neue Waschhalle sowie ein neuer großer Schulungsraum und eine große Notfallküche im Obergeschoss sollten die Platzprobleme der wachsenden Wehr beenden. Zwei Wohnungen und eine Atemschutzübungsstrecke komplettierten den Neubau.  

1980: Am 21.06.1980 war die Einweihung des Erweiterungsbaues der modernsten Feuerwache im Kreis. 2,2 Mio. DM hat die ca. 1.000 qm große Erweiterung an der Friedrich-Ebert-Straße gekostet. Wehrführer Karl Heinz Studemund sagte in seiner Ansprache: „Hier wurde etwas Optimales geschaffen.“

Wie durch ein Wunder konnte die Tochter nahezu unverletzt aus diesem Trümmerberg gerettet werden.

Am Abend des 18. Mai kam es in der Weidenstraße zu einer schweren Explosion in einem zweigeschossigen Wohnhaus. Hierbei wurde die 17jährige Tochter in den Trümmern des Hauses verschüttet. Die Mutter, die schwere Verbrennungen im Gesicht, an den Armen und am Oberkörper erlitt, konnte von ihrem Mann aus den Trümmern gezogen werden. Nach wenigen Minuten war ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor Ort. Den rund 50 Feuerwehrmännern gelang es nach einer halben Stunde, die anfangs schon todgeglaubte Tochter aus dem eingestürzten Gebäude zu retten. Bei äußerster Ruhe an der Einsatzstelle rief man ihren Namen und bekam Antwort. So konnte ihre Lage geortet werden. Unter Einsatz ihres eigenen Lebens wagten sich Kameraden unter die Trümmer, um die 17jährige zu retten. Da das Gebäude keinen Gasanschluss hatte, war die Ursache zu Anfang völlig unklar. Trotzdem war es eine Gasexplosion. Die Bewohnerin entleerte in Heimarbeit Gasfeuerzeuge, aus denen dann Scherzartikel hergestellt wurden. Das Gas (schwerer als Luft) wurde nicht ordnungsgemäß nach außen geleitet, sondern sammelte sich in der Küche. Die Rekonstruktion ergab, dass in der Küche das Gas von ca. 600 Einwegfeuerzeugen vorhanden war. Ein Funke aus dem anspringenden Untertischboiler verursachte dann die folgenschwere Explosion.  

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1981 bis 1985

1982: Gemäß dem von Wehrführer Studemund 1978 aufgestellten Fahrzeugersatzbeschaffungsplan wurde 1982 die 24 Jahre alte mechanische Drehleiter gegen eine moderne hydraulische DLK 23/12 von Metz auf Mercedes-Benz-Fahrgestell ausgetauscht. 500.000 DM ließ sich die Stadt das damals modernste Hubrettungsgerät des Kreises kosten. Noch während der Ausbildung der Maschinisten auf dem neuen Fahrzeug hatte die DL bei einem Großfeuer in Rellingen in der Gaststätte „Zur Post“ ihre erste große Bewährungsprobe. Es war der einzige Einsatz, an dem die Feuerwehr Pinneberg mit zwei Drehleitern zum Einsatz fuhr. Mit der alten, die dann an die Betriebsfeuerwehr der Dornkaatwerke nach Bremen verkauft wurde und der neuen Drehleiter.

Ebenfalls neu beschafft wurde in diesem Jahr ein Rüstwagen RW 2, der einen alten Gerätewagen mit Anhänger ablöste. Das neue Fahrzeug wurde von der Firma Bachert auf einem Mercedes-Benz-Fahrgestell 1019 AF aufgebaut.

1983: Die nächste ganz große Bewährungsprobe erfuhr die DL Ostermontag, den 4. April 1983 bei dem größten Feuer, das die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg in ihrer 125-jährigen Geschichte zu bekämpfen hatte. Bei Abbrucharbeiten im Zentrallager der Edeka-Handelsgesellschaft in Pinneberg-Waldenau war bei Schweißarbeiten ein Feuer ausgebrochen. Nach kurzer Zeit waren über 145 Feuerwehrmänner aus Pinneberg, Wedel, Elmshorn, Halstenbek, Appen und Rellingen im Einsatz. Es konnte jedoch nicht verhindert werden, dass mehr als ein Drittel der über 25.000 m² großen Lagerhalle vollständig vernichtet wurde. In dem Hochregallager fand das Feuer immer neue Nahrung. Unmengen von eingelagerten Spirituosen gingen in Flammen auf. Unaufhörlich explodierten Paletten mit Sprayflaschen. Zusätzlich erschwert wurde die Brandbekämpfung durch die schlechte Wasserversorgung. Über mehrere 100 m musste das Wasser unter anderem aus dem aufgestauten Bach „Düpenau“ gefördert werden. Ein Innenangriff war nicht möglich, da durch die enorme Hitze die Stahlkonstruktion der Halle in sich zusammengestürzt war. Mit Elektro-Schlaghämmern wurden Löcher in die Umfassungswände gestemmt, um durch diese die Brandbekämpfung vorzunehmen. Bis zum darauf folgenden Sonnabend waren ständig Kräfte an der Einsatzstelle, um noch vorhandene und immer wieder aufflackernde Brandnester abzulöschen. Allein der Wert der vernichteten Waren betrug über 3 Mio. DM. Dazu kamen Schäden in Höhe von 2 Mio. DM an den Gebäuden.
--> Einsatzbericht

Von weitem zu sehen: Starke Rauchentwicklung und das gewaltige Feuer erschwerten den Löscheinsatz im EDEKA-Zentrallager
Brandstiftung verursachte dieses feuer bei Strobel & Co. Der Schaden ging in die Millionen.

Als die letzten Einsatzkräfte noch an der Einsatzstelle waren, hatte die Freiwillige Feuerwehr das nächste Großfeuer zu bekämpfen. In der Nacht zum Sonnabend, dem 9. April, kurz vor 3.00 Uhr, entdeckte eine Polizeistreife ein Feuer in einem Schuppen auf dem Gelände der Baumschule Strobel & Co. am Wedeler Weg. In Windeseile breiteten sich die Flammen aus und griffen auf die benachbarte Halle über. Hier wurden zahlreiche Maschinen, Traktoren sowie größere Mengen Rosenpflanzen und Verpackungsmaterial ein Raub der Flammen. Feuerwehrkräfte aus Pinneberg, Appen und Rellingen kämpften bei starkem Wind bis zum nächsten Morgen gegen das Feuer. Die Kripo ermittelte „eindeutig Brandstiftung“ und der Schaden betrug mehrere Millionen DM.
--> Einsatzbericht

1984: Während der Hauptversammlung der Wehr am 27. Januar 1984 wurde Wehrführer Karl Heinz Studemund für weitere 6 Jahre an die Spitze der Wehr gewählt. 

Ebenfalls 1984 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug für die Pinneberger Wehr in Dienst gestellt. Bei der obligatorischen Fahrradtour am Himmelfahrtstag wurden die Kameraden und ihre Familien ausnahmsweise von einem Löschfahrzeug begleitet. Geschmückt mit einem großen Schild an der Motorhaube mit der Aufschrift: „Mein Abschied von Pinneberg“ begleitete das alte Tanklöschfahrzeug die Radler auf ihrer Tour. Das Fahrzeug, Baujahr 1960, wird in Pinneberg außer Dienst gestellt und durch ein neues modernes Fahrzeug ersetzt. Das neue TLF 24/50 ist zu diesem Zeitpunkt das größte Tanklöschfahrzeug im Kreis. 5.000 Liter Wasser, 500 Liter Schaummittel und ein Wasserwerfer auf dem Dach, das sind die herausragenden Eigenschaften des allradgetriebenen Fahrzeuges. Das alte TLF 16/24 wird an die Nachbargemeinde Tangstedt verkauft und wird dort weiter seinen Dienst versehen.

Einer der schwersten Verkehrsunfälle, zu dem die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg in ihrer Geschichte gerufen wurde. Der Fahrer des abgebildeten Pkw wurde nach über einer Stunde Schwerstarbeit aus seinem Fahrzeugwrack gerettet.

Am Montag, den 12.11.1984 ereignete sich auf der Landstraße zwischen Pinneberg und Wedel in Appen-Etz, auf Höhe der Kiesgrube Heidorn, einer bis dahin schwersten Verkehrsunfälle, die von der Pinneberger Wehr abgearbeitet werden musste. Es war kurz vor 9.00 Uhr, als ein Kieslaster mit Anhänger in Richtung Pinneberg unterwegs war. Ihm entgegen kamen drei Pkw. Der führende Pkw mit einer 46-jährigen Wedelerin am Lenkrad geriet plötzlich auf die Gegenfahrbahn und stieß mit dem Lkw so gewaltig zusammen, dass der Audi aufgerissen, in den Straßengraben geschleudert und die Fahrerin eingeklemmt wurde. Der Lkw geriet durch den Aufprall ins Schleudern und katapultierte den zweiten Wagen in der Kolonne ebenfalls in den Graben. Die Zugmaschine überschlug sich seitlich und schoss auf dem Dach in den Graben. Dabei begrub er den dritten Wagen unter der Ladefläche. Der Anhänger blieb auf der Seite liegen. Die 1 m hohe Stahlklappe des Lkw zermalmte den Vorderwagen des Datsun. Der Fahrgastraum und das kurze Heck des Pkw kamen in der Ladefläche zu liegen. Da durch das querliegende Gespann die Straße komplett blockiert war, konnten die beiden vorderen Pkw nur von der Feuerwehr Wedel versorgt werden. Nach über einer Stunde Schwerstarbeit konnte der Pkw-Fahrer aus seinem Fahrzeugwrack unter dem Lkw nahezu unverletzt gerettet werden. Der 26-Jährige konnte ein zweites Mal Geburtstag feiern. Über seine Rettung wurde bundesweit in den Medien berichtet.
--> Einsatzbericht

1985: In diesem Jahr neu beschafft wurde ein LF 8 der Firma Bachert auf Mercedes-Benz-Fahrgestell 813. Dieses Fahrzeug ersetzt ein altes LF 8 ebenfalls auf Mercedes-Benz-Fahrgestell.

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1986 bis 1990

1986: 1986 wird gemäß dem 1978 aufgestellten Fahrzeugersatzbeschaffungsplan das Waldenauer LF 16 vom Typ Magirus, Baujahr 1967 gegen ein neues ausgetauscht. Es wird ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 der Firma Schlingmann auf Mercedes-Benz Fahrgestell.

1987: Im Jahr 1987 ist die Ersatzbeschaffung des Pinneberger LF 16 vorgesehen. Der 20 Jahre alte Magirus Langhauber wird nach Kuddewörde in den Kreis Stormarn verkauft. Ersetzt wird das Fahrzeug ebenfalls durch ein LF 16 Mercedes Benz/Schlingmann.

1988: Mitte 1988 begannen die Planungen und Vorbereitungen für das 25-jährige Jubiläum der Pinneberger Jugendfeuerwehr im Frühjahr 1989.

1989: Von Freitag, den 28. April bis Montag, den 1. Mai 1989 stand die Stadt Pinneberg ganz im Zeichen der Jugendfeuerwehr. Vor 25 Jahren, am 24. April 1964 wurde sie gegründet. Höhepunkte des umfangreichen Jubiläumsprogramms waren das große Zeltlager der Jugendfeuerwehren des Kreises im Drosteipark mit 260 Teilnehmern, der Tag der offenen Tür in der Hauptfeuerwache sowie ein großer Festball und eine RSH-Disco in der Rübekamphalle.

„Halb Pinneberg war beim Jubiläum auf den Beinen“, „Volksfeststimmung bei der Feuerwehr“. Das waren die Schlagzeilen am 2. Mai im Pinneberger Tageblatt. Besonders die Fahrzeugmeile vom Drosteipark bis zur Hauptfeuerwache fand bei den Besuchern riesigen Anklang. Vom Großlöschfahrzeug „Simba“ der Hamburger Flughafenfeuerwehr bis zum historischen Fahrzeug aus dem Jahre 1925 der FF Barmstedt waren alle interessanten Fahrzeuge zu sehen. Auf dem Programm der Jugendfeuerwehr standen zahlreiche Wettkämpfe um den Kreis- und Provinzial-Pokal, die Regionalentscheidung für den Bundeswettkampf sowie ein Nachtmarsch und ein Orientierungsmarsch.

Im Rahmen dieses Jubiläums wurde der Wehr vom Ersten Stadtrat Herbert Hoffmann das neue Tanklöschfahrzeug (TroTLF) 16 übergeben. Es ersetzte das alte „Tro“, Baujahr 1973.

Kurz vor Weihnachten überreichte Andreas Fleck von der Pinneberger Firma FahnenFleck, der Wehr die restaurierte Traditionsfahne. Die Kosten übernahm die Firma, die sich als Pinneberger Unternehmen besonders mit der Wehr verbunden fühlt.  

Uwe Kuhlmann, seit 1990 elfter Wehrführer der FF Pinneberg

1990: "Ära Studemund geht zu Ende“, "Nach 12 Jahren will der Feuerwehrchef einem jüngeren Platz machen“. Das waren die beiden Überschriften des Pinneberger Tageblattes vom 24. Januar 1990. Karl Heinz Studemund (56) stellte sich während der Jahreshauptversammlung am 26. Januar 1990 nicht zur Wiederwahl. Neuer Wehrführer wurde der 38-jährige Oberlöschmeister Uwe Kuhlmann, der als einziger Kandidat zur Wahl stand.

Das Jahr begann mit den schwersten Stürmen seit 3 Jahren. Schon Ende Januar begann die Serie von 4 Stürmen innerhalb von 4 Wochen. Am 26./27. Januar musste die Wehr insgesamt 75-mal ausrücken.

Aus Spendenmitteln des Förderungsringes FF Pinneberg erhielt die Jugendfeuerwehr eine neue Tragkraftspritze, eine TS 4/5, ein 82 Kilo leichtes Gerät, dass auch die Jugendlichen ohne Gefahr tragen können.

Das 1984 an die Gemeinde Tangstedt verkaufte Tanklöschfahrzeug (TLF 16), Baujahr 1960, wurde aus Mitteln des Förderungsringes zurückgekauft, um es als Oldtimer-Fahrzeug herzurichten.  

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1991 bis 1995

1991: Auf der Jahreshauptversammlung der Wehr am 25. Januar 1991 wurde Karl Rathje zum vierten Mal zum Vizewehrführer gewählt.

Eine Kontrolle der Feuerwehrunfallkasse brachte es an den Tag. Die jahrelang bei allen Einsätzen getragene Schutzbekleidung war für den Atemschutzeinsatz, also für den Innenangriff, nicht zugelassen. Alle auf dem Markt befindlichen Schutzanzüge wurden getestet und die Wahl viel auf einen Schutzanzug aus schwer entflammbaren NOMEX III © Obermaterial, eine Zwischenlage aus GORE-TEX © und einem wärmenden Innenfutter. Das Problem: Dieser Anzug war nach der Feuerwehr-DIN nicht zugelassen. Nach Bittgängen bei der Feuerwehrunfallkasse in Kiel und einem Antrag auf Sondergenehmigung, konnte die Feuerwehr Pinneberg als erste im Kreis diese Schutzbekleidung beschaffen. 4 Jahre später war diese Schutzbekleidung Norm. Heute tragen alle Feuerwehren Einsatzanzüge aus diesem Material.

1992: Nach 1 ½ Jahren Vorbereitung und Planung mit der Feuerwehr der Partnerstadt Rockville im US-Bundesstaat Maryland kam vom 15. bis zum 25. Mai 1992 eine 14-köpfige Delegation zu Besuch. Ein umfangreiches Programm wurde den Gästen aus der Schwesterstadt geboten. Neben Besuchen in Hamburg, Lübeck, des Seefahrtmuseums in Bremerhaven und einer Rundfahrt durch den Kreis Pinneberg, fand am Sonnabend ein Festball im Hotel Cap Polonio statt. Nach einer rauschenden Ballnacht ging es am Sonntag zur Kreisfeuerwehrzentrale nach Tornesch-Ahrenlohe, wo die Rockviller Ehrengäste bei der Festveranstaltung zum 100-jährigen Jubiläum des Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg waren. Ein Gegenbesuch der Pinneberger Feuerwehr in Rockville war für den kommenden Oktober geplant.

Feuer bei der Zeitung: Dank des schnellen Einsatzes konnte die Rotationsanlage gerettet werden, so dass einen Tag später wieder gedruckt werden konnte.

Am Sonnabend, dem 29. August richtete ein Großfeuer einen Millionenschaden beim Beig-Verlag am Damm an. Durch Schweißarbeiten im Bereich der abgehängten Decke der Druckplattenherstellung wurde das Feuer entzündet und breitete sich in der alten Holzkonstruktion rasend schnell aus. Nur durch den schnellen, beherzten Einsatz der Pinneberger Feuerwehr konnte ein wesentlich größerer Schaden verhindert werden.
--> Einsatzbericht

„Man muss die Feste feiern wie sie fallen“, heißt es in einem bekannten Spruch. Das wurde am 26. September 1992 auch praktiziert. 25 Jahre Hauptfeuerwache, ein neues LF 8 und die Dankeschön-Veranstaltung des Beig-Verlages waren Grund genug zum Feiern.  

In diesem Jahr konnte auch wieder eine Fahrzeugersatz-
beschaffung nach Plan durchgeführt werden. Neu beschafft wurde ein LF 8 der Firma Schlingmann auf Mercedes-Benz-Fahrgestell 814. Dieses Fahrzeug dient überwiegend der Wasserversorgung und führt Materialen für Lenzeinsätze mit. Weiterhin dient es der Jugendfeuerwehr zur Ausbildung.

Mit 34 Personen reiste am 3. Oktober 1992 eine Pinneberger Delegation zum Gegenbesuch zur Partnerstadt Rockville. Eine Woche Rockville und eine Woche Florida standen auf dem Programm, das zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Bestehende Freundschaften wurden vertieft und neue aufgebaut. Viele davon bestehen heute noch.

Nach über 1 ½ Jahren intensiver und umfangreicher Renovierungsarbeiten wurde das TLF 16 offiziell am 29. November 1992 wieder als Museums-Fahrzeug in Dienst gestellt. In einer kleinen Feierstunde dankte Wehrführer Kuhlmann dem Chefrestaurator Rainer Jürgensen mit seinen vielen Mitstreitern für die unermüdliche Arbeit. Das alte Fahrzeug war zu einem echten Schmuckstück geworden.

Das Jahr 1992 endete und 1993 begann mit einer Serie von Brandstiftungen. Innerhalb von 33 Stunden über den Jahreswechsel musste die Wehr 5-mal zum gleichen Gebäude in der Elmshorner Straße ausrücken, weil es immer wieder angesteckt wurde.

1993: Im Jahr 1993 hatte es zwei große Neuerungen in der Wehr gegeben. Zum Ersten wurden vier Frauen in die Wehr aufgenommen und zum Zweiten begann das Computer-Zeitalter. 

Die Pinneberger Wehr war die zweite Wehr nach Helgoland, die Frauen in den aktiven Dienst übernommen hatte. Die EDV-Anlage wurde, mit Kosten in Höhe von 30.000 DM, aus den Mitteln des Förderungsringes beschafft.

Schweißarbeiten waren die Ursache des Brandes in Waldenau

Am 1. Juli ging bei Umbauarbeiten ein großes, reetgedecktes Einfamilienhaus im Ortsteil Waldenau in Flammen auf. Bei Eintreffen der Wehr stand das gesamte Dach im Vollbrand. Durch einen massiven Wasserwerferangriff konnte das Feuer innerhalb von 15 Minuten gelöscht werden. Lediglich der Dachstuhl des schönen Hauses musste erneuert und wieder mit Reet eingedeckt werden.
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Einsatzbericht  

1994: Mit einem Ehemaligentreffen am 10. April 1994, einen „Tag der offenen Tür“ am 11. Juni und dem Landeswettbewerb um die Leistungsspange der Jugendfeuerwehren wurde das 30-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Pinneberg gefeiert.

1995: Das Jahr 1995 bescherte der Wehr die meisten Einsätze in ihrer Geschichte. Neben dem „normalen Einsatzgeschehen“ kam es in den frühen Morgenstunden des 10. Juli zu einem noch nie dagewesenen Unwetter über Teilen des Kreises, wobei die Stadt Pinneberg mit Abstand am schlimmsten betroffen war. Sintflutartige Regenfälle ließen die Gullydeckel auf den Wasserfontänen tanzen, 1.300 Blitze in einer halben Stunde - ein in Norddeutschland noch nie dagewesenes Gewitter - 4 heiße Blitzeinschläge, Blitzeinschlag in der Hauptfeuerwache, so dass sämtliche Telefone - einschließlich Notruf 112 ausfielen, kniehohes Wasser auf den Straßen und über 150 vollgelaufene Keller. Das war die Bilanz des Jahrhundertunwetters. Die Feuerwehren aus Appen, Borstel-Hohenraden, Halstenbek, Kummerfeld, Prisdorf, Quickborn, Rellingen und Tangstedt sowie das THW Pinneberg waren teilweise bis zum Nachmittag eingesetzt, um die Schäden zu beheben.

Bereits 3 Tage später brach das nächste Unwetter über Pinneberg herein. Zwar nicht ganz so stark wie am Anfang der Woche, jedoch 50 Einsätze in 5 Stunden waren auch zu verzeichnen. Das Jahr 1995 endete mit der Rekordzahl von 450 Einsätzen. Allein 204 Einsätze wurden in den beiden vorgeschriebenen Tagen gefahren.  

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1996 bis 2000  

1996: Auf der Jahreshauptversammlung am 19. Januar 1996 wurde Wehrführer Uwe Kuhlmann in seinem Amt bestätigt und für weitere 6 Jahre gewählt.

DLK 23/12 CC GL, das ist die technische Bezeichnung der am 1. April in Dienst gestellten neuen Drehleiter der Feuerwehr Pinneberg. Es war das erste Exemplar der neuen Magirus-Gelenkleiter in Deutschland. Eine Million DM lässt die Stadt sich das computergesteuerte Hubrettungsgerät kosten.

Alarmübung am Bahnhof: Helfer vieler Organisationen hatten ein umfangreiches Übungszenario abzuarbeiten

Mit einem gewaltigen Knall hatte am 14. August um 18.53 Uhr eine der bis dahin größten geheimen Alarmübungen am Pinneberger Bahnhof begonnen. Die angenommene Lage war ein Zusammenstoß eines Personen- und eines Güterzuges. Diverse Verletzte, brennende Güterwagen und eine brennende Zimmerei hatten die 170 Feuerwehrleute aus Pinneberg und Appen, Mitarbeiter des Rettungsdienstes, Soldaten der Sanitätsstaffel aus Appen sowie des Pinneberger THWs zu bewältigen. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Dienste, besonders mit der Bundeswehr, die erstmalig an so einer Übung teilnahmen, klappte hervorragend.
--> Bericht

Pinneberger Feuerwehrmänner während der Großdemo in Kiel

Über 8.000 Feuerwehrleute - 400 davon aus dem Kreis Pinneberg - waren am 23.November in Kiel zu einer Großdemonstration gegen die Pläne der Landesregierung, die Mittel aus der Feuerschutzsteuer zweckentfremdet zu verwenden. Aus diesen Steuereinnahmen werden die Kommunen bei der Beschaffung von Fahrzeugen und Großgeräten finanziell gefördert. Aber es nützte alles nichts, die Mittel wurden gekürzt, jedoch mit der Zusage, keine weiteren Kürzungen mehr vorzunehmen.

1997: Nach vier Amtszeiten oder 24 Jahren als stellvertretender Wehrführer stellte sich Karl Rathje nicht wieder zur Wahl und wurde in die Reserve verabschiedet. Er war fast ein Vierteljahrhundert entscheidend am Aufbau der Pinneberger Wehr beteiligt. Neben einer Reise an den Bodensee als Geschenk der Wehr und der Bahncard von der Stadt, wurde er vom Kreiswehrführer Gerd Duwe mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold am Bande - der höchsten deutschen Feuerwehrauszeichnung - für seine Verdienste um den Brandschutz geehrt. Auf der gleichen Versammlung wurde der Oberlöschmeister und Gruppenführer Kai Halle von den Wehrmitgliedern zum neuen stellvertretenden Wehrführer gewählt.

Sandkamp: Die Dachfläche geriet auf 900 m² in Brand.

Am 8. März ging um 10.05 Uhr bei der Rettungsleitstelle die Meldung ein: „Brennt Kleiderschrank, Sandkamp 3, 2. OG“. Dieses vermeintlich kleine Schadensereignis führte jedoch zu einem der größten und schwierigsten Einsätze, den die FF Pinneberg in den letzten Jahren zu bewältigen hatte. Er hatte über 9 Stunden gedauert und 255 Helfer beschäftigt. Kinder hatten beim Spielen in ihrem Zimmer Feuer im Kleiderschrank gelegt. Bei Eintreffen des ersten Fahrzeuges schossen die Flammen schon waagerecht aus dem Fenster. Das Löschen des Zimmerbrandes war zwar nicht einfach, aber doch in kurzer Zeit bewältigt. Das Problem war das Dach. Das Feuer aus dem Zimmer hatte sich durch den 1,50 m breiten, hölzernen Dachüberstand in das Dach gefressen. 900 m² Dachfläche ohne Brandwände, knochentrocken, im First nur ca. 1 m hoch und mit Bitumenpappe eingedeckt. Die Feuerwehren Pinneberg, Schenefeld, Quickborn, Uetersen und Rellingen, das THW Pinneberg und die SEG des DRK Elmshorn und Pinneberg sowie der Rettungsdienst waren mit 46 Fahrzeugen - davon 3 Drehleitern - vor Ort. Etwa 100 Menschen mussten evakuiert werden. Nach 9 Stunden und 45 Minuten war der „brennende Kleiderschrank“ gelöscht. Der Schaden betrug über eine halbe Millionen DM.
--> Einsatzbericht

Am 7. Juni wurden mal wieder die Türen und Tore der Hauptfeuerwache an der Friedrich-Ebert-Straße für die Bevölkerung geöffnet. Die Veranstaltung stand voll unter dem Motto „10 Jahre Brandschutzerziehung im Kreis Pinneberg“. Ein Programm, das in erster Linie für die Kinder ausgelegt war, lockte bei bestem Wetter wieder mehrere tausend Zuschauer an.

1998: Nach über 25 Jahren endete am 1. Februar 1998 die Annahme des Notrufes 112 in der Hauptfeuerwache in Pinneberg. Die Notrufleitungen aus den Revieren Pinneberg, Elmshorn, Wedel, Uetersen, Quickborn und Barmstedt wurden von der Kreisleitstelle im Kreishaus übernommen. Die Alarmierungen der 50 Wehren des Kreises erfolgten jetzt mit EDV-Unterstützung aus der Rettungsleitstelle.

Nach langer Planungs- und Bauphase konnte am 26. April 1998 das neueste Fahrzeug der Wehr in Dienst gestellt werden. Das erste Feuerwehrfahrzeug auf dem neuen Mercedes-Benz-Fahrgestell „Actros“ in Deutschland. Das Wechselladerfahrzeug (WLF), ein 18-Tonnen-Fahrzeug mit Ladekran und Abrollbehälter „Transport“, ersetzt den 20 Jahre alten 7,5-Tonnen-LKW. Über dieses Ausnahmefahrzeug wurde sogar im Feuerwehr-Magazin berichtet.

"Entertainment- Center statt Feuerwache" - so lautet die Überschrift von 8. Oktober 1998 im Pinneberger Tageblatt. Erstmals gab ein Investor seine Vorstellung über die baulichen Veränderungen in der Innenstadt öffentlich bekannt. Die Feuerwehr Pinneberg – schon lange sehr beengt in ihren Räumlichkeiten – hat dieses Thema ebenfalls aufgegriffen und ihre Planung und Vorstellungen in die Diskussion geworfen. Bis heute ist man noch nicht viel weiter, aber die Erkenntnis, dass etwas passieren muss, ist allen jetzt klar.

Am Nachmittag des 27. Oktober 1998 frischte der Wind stark auf und es kam zu sintflutartigen Regenfällen. Der Höhepunkt war gegen 20.00 Uhr. In Pinneberg und Umgebung sowie besonders in Elmshorn waren die Feuerwehren zu unzähligen Einsätzen unterwegs, meist um umgestürzte Bäume von den Straßen aber auch von den Bahngleisen zu holen. Doch damit nicht genug. Für die Pinneberger sollte es in den nächsten 2 Tagen erst richtig losgehen. Durch den anhaltenden starken Regen trat die Pinnau (wie schon so häufig) über die Ufer. Der kleine Pinnau-Deich  zum tieferliegenden AOK-Parkplatz drohte zu brechen. Zusammen mit dem THW und einigen Hundert Sandsäcken konnte das zwar verhindert werden, jedoch das Überlaufen nicht. So wurde das gesamte Tiefgeschoss der AOK mit Folie eingepackt und eine Überlaufrinne aus Folie gelegt, damit der Deich durch die überlaufenden Wassermassen nicht zerstört wurde. Trotz des ca. 1,5 m hochstehenden Wassers war der Wasserschaden innerhalb der AOK ganz gering. Diverse andere Gebäude in der Nähe der Pinnau mussten ebenfalls aufwendig geschützt oder gelenzt werden. Ein Verkehrschaos verursachte die Überflutung der A 23 im Bereich der Banswiesen. Trotz massiven Pumpeneinsatzes der Feuerwehr, des THW Pinneberg und Elmshorn konnte die Piste nicht freigehalten werden. Wie in der Stadt, so war auch hier das Problem, dass man nicht mehr wusste, wohin das Wasser gepumpt werden sollte.  

Ehrung: Bürgermeister Nitt überreicht Studemund die Ernennungsurkunde zum Ehrenwehrführer

1999: Auf der Jahreshauptversammlung der Wehr am 15. Januar 1999 wurde der ehemalige Wehrführer Karlheinz Studemund einstimmig zum Ehrenwehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg gewählt. Danach wurde er, mit Erreichen der Altersgrenze, in die Ehrenabteilung der Wehr versetzt.

Es mussten 111 Jahre vergehen, bis erstmals wieder die Jahreshauptversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein in Pinneberg abgehalten wurde. Am 17. April 1999 trafen sich die 159 Delegierten als Vertreter der mehr als 61.000 Feuerwehrleute im Land. Unter den zahlreichen Gästen konnte der Landesbrandmeister Uwe Eisenschmidt auch den Innenminister Ekkehard Wienholtz begrüßen.

Flugunfall im Wald: Schwierige Zugangsmöglichkeiten zur Einsatzstelle erscherten die Arbeit der Pinneberger Wehr bei dieser geheimen Großübung

Am Sonnabend, dem 29. Mai 1999 wurden um 13.29 Uhr Teile Pinnebergs von einem dumpfen Knall erschüttert. „Sportflugzeug über dem Staatsforst nahe der LSE abgestürzt“ hieß die Einsatzmeldung der Rettungsleitstelle. Von verschiedenen Seiten versuchten die 130 Helfer von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und THW die Absturzstelle mitten im Wald zu lokalisieren. Abgeknickte Bäume und Wrackteile säumten die Absturzschneise durch den Wald. Die schweren Fahrzeuge blieben in dem weichen Boden auf halber Strecke zur eigentlichen Absturzstelle stecken, so dass alle Gerätschaften getragen werden mussten. Nach einem ersten Blick ins Innere der Sportmaschine war es den Helfern klar: Es war eine groß angelegte geheime Übung, und bei allen löste sich die gewaltige Anspannung. Trotzdem gingen die Helfer konzentriert zu Werke und hatten nach gut einer Stunde die beiden „schwerverletzten“ Insassen aus dem Wrack geschnitten. Auch diese Übung, die dritte innerhalb von 4 Jahren, war ein voller Erfolg.
--> Bericht

2000: Auf der Hauptversammlung der Jugendfeuerwehr am 12. Januar konnte der Jugendwart zum wiederholten Male feststellen, dass es in Pinneberg keine Nachwuchssorgen bei der Jugendfeuerwehr und somit auch bei den Aktiven gibt. Ständig stehen Jugendliche ab zwölf Jahre auf der Warteliste, um einen der begehrten Plätze zu bekommen.

Während der Hauptversammlung der aktiven Wehr am 14. Januar prangerte der Wehrführer die Raumprobleme der Wehr im Gerätehaus Waldenau und in der Hauptfeuerwache an. Kurzfristig forderte er von der Stadt die notwendigen Gelder, um dringend erforderliche Sanierungen und Reparaturen an den vorhandenen Gebäuden durchzuführen.

Der Raumnot und dem bevorstehenden Beginn der Bauarbeiten am neuen Finanzamt gehorchend, wurde Anfang des Jahres 2000 ein neuer Unterstellplatz für das Oldtimer-Fahrzeug gesucht und gefunden. Das 40 Jahre alte Fahrzeug fand eine neue Bleibe in der Ausstellungshalle der Renault-Vertretung in der Haderslebener Straße.

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2001 bis 2005 

Geisterfahrer: Aus diesem Wrack konnte die Fahrerin noch gerettet werden. Sie starb jedoch später Im Krankenhaus.

2001: Das Jahr 2001 begann mit einem sehr schweren Verkehrsunfall am Abend des 6. Januar auf der A23. Eine 87-jährige war in Pinneberg-Nord auf der falschen Fahrbahn in Richtung Norden gefahren. Schon nach wenigen hundert Metern kam es zu mehreren Beinaheunfällen. Die alte Dame hielt zwar kurz an, setzte ihren falschen Weg jedoch fort. In Höhe des Autobahnrastplatzes "Forst Rantzau" prallte sie mit ihrem Audi frontal mit einem Fiat zusammen. Drei weitere Fahrzeuge wurden ebenfalls touchiert, konnten aber durch Brems- und Ausweichmanöver schlimmeres verhindern. Die Verursacherin verstarb an der Unfallstelle. Die schwer verletzte Fiat-Fahrerin konnte nach einer halben Stunde von der Pinneberger Wehr aus dem Fahrzeugwrack befreit werden. Sie erlag jedoch zwei Tage später ihren Verletzungen im Krankenhaus. In den anderen Fahrzeugen gab es glücklicherweise nur Leichtverletzte. Die Trümmerteile der Fahrzeuge waren über mehrere 100 Meter auf der Autobahn verteilt.
--> Einsatzbericht

Im Oktober tauchten in Pinneberg, wie in vielen anderen Städten des Kreises beziehungsweise Deutschlands, verdächtige Briefe auf. Die Milzbrand-Panik steckte doch sehr tief in der Bevölkerung, so dass die Pinneberger Wehr in mehreren Fällen verdächtige Briefe einsammeln musste.

Am 3. Dezember 2001 war es soweit. Nach langer Planung konnte die erste Regionalleitstelle als Pilotprojekt in Schleswig-Holstein in Elmshorn in Dienst gestellt werden. Die Leitstelle West bedient jetzt alle Feuerwehren und den Rettungsdienst in den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen. Sie ist eine der modernsten Leitstellen Deutschlands.

2002: Das Jahr 2002 war für die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg sicher eines der arbeitsreichsten. Man könnte es als das Jahr der "Feiern und Großeinsätze" bezeichnen.

Auf der Jahreshauptversammlung am 17. Januar 2002 wurde Uwe Kuhlmann für für weitere sechs Jahre in seinem Amt als Wehrführer bestätigt. Er tritt in diesem Jahr seine nunmehr dritte Amtsperiode an. 

125-Jahr-Feier: Die Innenstadt 
war rot

Das herausragendste Ereignis war sicher die 125-Jahr-Feier. In der Zeit vom 21. bis 23. Juni wurde in der gesamten Innenstadt ein rauschendes Fest gefeiert. Vom Marktplatz (Oldtimer) über die Rübekamphalle (Messe) und Drosteiplatz (Brandschutzerziehung, Jugendfeuerwehr) bis in die Fußgängerzone (Fahrzeugausstellung) war die gesamte Innenstadt rot! Mehrere tausend Besucher ließen sich verschiedene Einsatzvorführungen zeigen, bestaunten moderne wie alte Feuerwehrfahrzeuge und vergnügten sich bei verschiedenen Spielen auf der Wiese hinter der Drostei. Selbstverständlich wurde auch wieder im Cap Polonio ein großer Festball gefeiert sowie das Wochenende mit einem großen Feuerwerk im Stadion 1 stimmungsvoll beendet. 

Eine Ausstellung im Stadtmuseum ab dem 12. Mai läutete die Feierlichkeiten ein. Etliche Exponate auch aus privaten Sammlungen wurden zur Vorbereitung des Jubiläumswochenendes der Öffentlichkeit gezeigt. Die Ausstellung konnte  bis zum 31. August im Stadtmuseum besichtigt werden. Der Besucher konnte die letzten 125 Jahre Feuerwehrgeschichte in Pinneberg Revue passieren lassen. Mit zahlreichen Effekten und vier Dioramen, die das Tätigkeitsspektrum der Feuerwehren in der heutigen Zeit wiedergaben, wurde der Übergang zur moderne geschafft. Leider musste die Ausstellung wieder abgebaut werden. Eines der Dioramen ist im Eingangsbereich des Schulungsgebäudes der Kreisfeuerwehrzentrale zu betrachten.

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde der Feuerwehr Pinneberg ein Renault Kangoo übergeben. Großzügige Sponsoren aus Pinneberg machten dieses Geschenk möglich. Das Fahrzeug wurde komplett ausgestattet übergeben und konnte sogleich in den Einsatzdienst aufgenommen werden. Einen Spitznamen hat dieses Auto auch. In Fachkreisen heißt es Skippy, wie ein gleichnamiges Känguru.

Blick auf den Marktplatz: Über 50 Oldtimer waren zu besichtigen Auch solche Prachtexemplare waren zu besichtigen.

Weitere Bilder gibt´s hier: Impressionen

Kameraden unserer Partnerstadt Rockville (Maryland USA) besuchten uns anlässlich des Jubiläums. Vom Donnerstag, den 20.Juni bis zum 28. Juni weilten sie in Pinneberg. Dabei übernachteten die Gäste in den Familien der Feuerwehrangehörigen. Während des Jubiläums wurden unsere Gäste in das Programm integriert und beteiligten sich an den Übungen sowie an den Fackelumzügen. Ab Montag stand dann ein anstrengendes Besuchsprogramm auf dem Zettel. Neben Berlin, Lübeck und Hamburg wurde auch die nähere Umgebung besichtigt. Für die Feuerwehrleute war natürlich jedes Mal von Interesse, wie die Feuerwehren in diesen Städten arbeiten. Am 27. Juni fand im Gerätehaus Waldenau der diesjährige Dienst zur freien Verfügung statt. In diesem Jahr halt nur nicht zur freien Verfügung sondern zur Verabschiedung unserer Freunde aus den USA, die am nächsten Tag gen Heimat flogen. Einige wenige Gäste sind dann auch direkt vom Gerätehaus Waldenau über die Feuerwache Pinneberg zum Flughafen gefahren. Hier der Bericht: Besuch aus USA.

Zu den Unwettereinsätzen des Jahres 2002:

Bereits in der Nacht vom 28. auf den 29. Januar waren durch einen Sturm zahllose Bäume umgestürzt: 12 Einsätze. Am 12. Februar setze ein kräftiger Regen zahlreiche Keller unter Wasser: 8 Einsätze. Aber wir waren steigerungsfähig: Am 26. Februar zog das Sturmtief "Anita" über Schleswig-Holstein hinweg und bescherte uns durch umgestürzte Bäume und Gerüste sowie herabfallende Gebäudeteile 37 Einsätze. Vom 17. bis 19. Juli zog das Tiefdruckgebiet "Claudia" über den Norden Deutschlands hinweg und setzte ganze Landstriche unter Wasser. Überall im Norden mussten Keller gelenzt werden, Deiche gesichert werden sowie zahllose Straßen und Bahnstrecken gesperrt werden. Im Kreis Pinneberg drohte die Haseldorfer Marsch überzulaufen. Die Pinneberger Feuerwehr unterstützte mit zahlreichen Kräften.
--> Einsatzbericht

Bereits am 1. August überquerte Pinneberg das nächste Starkregengebiet und bescherte uns erneut 36 Lenzeinsätze. Achtzehn weitere Sturmeinsätze waren in der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober zu bewältigen.

Aber es gab auch noch andere größere Einsätze:

Am 23. Januar zündete ein Selbstmörder sich und sein Haus an. Das Gebäude brannte komplett nieder. Feuerwehrkameraden fanden bei den Aufräumarbeiten die Leiche des Hausbesitzers.
--> Einsatzbericht.

Explosion im Umspannwerk: Durch die Wucht wurden die Außenwände des Gebäude zerstört.

Am 27. September explodierte in einer Pinneberger Umspannstation ein Stromwandler. Dadurch wurde das Gebäude schwer beschädigt und im gesamten Stadtgebiet fiel über Stunden der Strom aus. 
--> Einsatzbericht.

Lindenstraße: Enorme Rauch- und Hitzeentwicklung erschwerte den Einsatz

 

 

 

Am 3. Oktober schlug ein Brandstifter nunmehr das vierte Mal in einem Gebäudekomplex in der Lindenstraße zu. Diesmal wurden mehrere Fahrzeuge in einer Tiefgarage Opfer der Flammen. Durch die enorme Hitze- und Rauchentwicklung war der Brandherd kaum zu erreichen. Es entwickelte sich einer der bisher größten Atemschutzeinsätze der FF Pinneberg, bei dem weitere Wehren zur Unterstützung angefordert werden mussten. 
--> Einsatzbericht.

Feuer in Halle: Die Unterstützung mehrerer Wehren war nötig, um eine Wasserversorgung für diesen Einsatz aufbauen zu können.

Am 7. November das nächste Großfeuer: In einem Gewerbegebiet brannte eine Halle. Da in diesem Gebiet die Wasserversorgung sehr schlecht ist, mussten einige Nachbarwehren zum Aufbau einer umfangreichen Wasserversorgung alarmiert werden. 
--> Einsatzbericht.

Am 12. November kam es in einem Staubfilter eines Industriebetriebes zu einem Schwelbrand. In stundenlanger Arbeit unter Atemschutz wurde der Filter demontiert und der schwelende Kunststoffstaub abgelöscht. Ein Großteil der eingesetzten Geräte und Schutzbekleidungen mussten danach aufwändig gereinigt werden. 
--> Einsatzbericht.

Und wie das Jahr begann, so endete es: Am 21. November entzündete ein Selbstmörder Benzin in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Durch die anschließende Explosion geriet die komplette Wohnung in Brand. Nur mit Mühe konnte ein Übergreifen auf andere Wohnungen verhindert werden. Der Mann überlebte schwerverletzt. 
--> Einsatzbericht.

Aber es gab auch noch mehr Erfreuliches: Ende November wurde der neue Einsatzleitwagen (ELW 2) der Firma Ziegler in Dienst gestellt. Es ersetzt einen ELW der Firma Metz aus dem Jahr 1981. Bereits im Sommer wurde der Abrollbehälter "Transport" zu einem Abrollbehälter "Atemschutz/Strahlenschutz" umgebaut. 

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2004: Das Jahr 2004 war wieder durch eine große Feier geprägt: Unsere Jugendfeuerwehr feierte ihr 40-jähriges Jubiläum! Es wurde vom 28. bis 31. Mai ein großes Zeltlager mit weit über 800 aktiven Teilnehmern auf dem Gelände am Rodelberg am Hogenkamp organisiert. Spiel, Spaß und viele Wettkämpfe standen im Mittelpunkt dieses Wochenendes. Ein große Herausforderung für alle Helfer war die Versorgung aller Teilnehmer, da auf dem Gelände so gut wie keine Räumlichkeiten verfügbar waren. Der ausführliche Bericht mit vielen Bildern findet sich hier:

Neben dieser Großveranstaltung galt es natürlich auch wieder viele Einsätze abzuarbeiten. Insbesondere die zahlreichen automatischen Brandmeldeanlagen Pinneberger Betriebe bescherten uns viele zumeist überflüssige Alarme. So wurden wir von den 306 Gesamtalarmen des Jahres 2004 allein 98 mal mit dem Stichwort "BMA" (BrandMeldeAnlage) alarmiert. Dazu kamen dann noch 40 Unwettereinsätze, davon allein 15 am 9. Juni, als eine Unwetterfront über Pinneberg hinweg zog.
--> Einsatzbericht.

Elf Jahre nach dem letzten Großfeuer auf dem Gelände des ehemaligen EDEKA-Zentrallagers in Pinneberg-Waldenau (-->Einsatzbericht) wurden wir am 15. April 2004 um 13:14 erneut zu einem Großfeuer auf dem Gelände alarmiert. Diesmal brannte eine 3.000m² große Kühlhalle, die vom EDEKA-Fleischwerk genutzt wurde, komplett ab. Es entwickelte sich mit 75 Fahrzeugen und 294 Einsatzkräften einer der größten Feuerwehreinsätze in der Pinneberger Geschichte. Da die Halle jedoch in kürzester Zeit komplett abbrannte, konnte dieser Großeinsatz bereits am selben Tag um 21:15 Uhr beendet werden.
--> Einsatzbericht.

Aber es gab in diesem Jahr noch weit erfreulicheres: Nach langer und sehr erfolgreicher Vorarbeit durch unseren "Ausschuss für Fahrzeugbeschaffungen" konnten im Jahr 2004 gleich drei neue Fahrzeuge in Dienst gestellt werden:
Am 4. August traf unser neuer Rüstwagen 2 ein. Dieser löst den alten Rüstwagen aus dem Jahr 1982 ab. Bei diesem neuen Fahrzeug wurden wieder viele Ideen der Pinneberger Feuerwehr durch den Lieferanten Ziegler eingearbeitet, so dass man sagen muss: Dieses Fahrzeug wurde in "Anlehnung" an die zurzeit gültige Norm gebaut. Trotzdem konnte der Zuschuss durch das Innenministerium vereinnahmt werden.
--> Bericht.
Bereits kurze Zeit später am 28. August wurde der neue "Gerätewagen-Nachschub" (GW-N) in Dienst gestellt. Dieses Fahrzeug wurde nötig, da insbesondere bei größeren Schadenslagen der Nachschub mit Hilfe von Mannschaftstransportfahrzeugen oder dem AB-Mulde nicht vernünftig abgewickelt werden konnte. Der GW-N ist mit einer Ladebordwand ausgestattet, so dass die Nachschub-Rollwagen schnell und einfach verlastet werden können.
--> Bericht.
Anfang Dezember dann das dritte neue Fahrzeug: Ein Mannschaftstransportfahrzeug. Nachdem der TÜV im April den alten MTW stillgelegt hatte und die politischen Gremien kurzfristig die nötigen Gelder zur Verfügung gestellt hatten, konnte der neue Mercedes-Sprinter noch im Jahr 2004 seinen Dienst bei der Pinneberger Feuerwehr aufnehmen.

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2005: Ein ruhiges Jahr liegt hinter uns. Das Einsatzgeschehen beschränkte sich vorwiegend auf den "täglichen Kleinkram" wie Türöffnungen, Fahrstuhlklemmer und Alarmen aus Brandmeldeanlagen. 

Unter einem besonderen Stern stand der diesjährige Frühschoppen des Förderungsringes der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg: Es konnte das 50-jährige Bestehen gefeiert werden! Gegründet wurde er am 01. Oktober 1954 von Bürgermeister Henry Glismann und einigen verantwortungsvollen Bürgern unserer Stadt. Waren es anfangs hauptsächlich Unternehmer und Geschäftsleute, die diesen Ring bildeten, so sind es heute zunehmend Privatpersonen, die Mitglieder dieses Fördervereins sind und werden. Am 22.Mai.2005 wurde das Jubiläum im Rahmen eines Frühschoppens mit ordentlicher Mitgliederversammlung gefeiert. Auf letzterer wurde dann einstimmig beschlossen, zukünftig aus der Kasse des Förderungsringes auch die Jugendfeuerwehr der Stadt Pinneberg zu fördern.

Im September wurde dann endlich der lang ersehnte Abrollbehälter Rüst geliefert. Dieser wurde nötig, da der im vergangenen Jahr beschaffte Rüstwagen kleiner beschafft wurde als durch die gültige Norm eigentlich notwendig gewesen werden. Das so nicht unterzubringende Material konnte nun auf dem neuen AB-Rüst verlastet werden.

Ein Highlight des Jahres war die Realisierung des lange geplanten Anbaus an der Hauptfeuerwache in Pinneberg. Baubeginn war im Juli und die Übergabe des fertigen Baus erfolgte pünktlich zu unserer Weihnachtsfeier am 9. Dezember. Im Erdgeschoss bietet eine weitere Halle Platz für Abrollbehälter sowie Einsatzfahrzeuge wie MTW, GW-N und PKW. Im Obergeschoss ist Raum entstanden für ein neues Vorstandszimmer, ein Geschäftszimmer sowie vier kleine Lagerräume. Die im Altbau freigewordenen Räume stehen jetzt der Jugendfeuerwehr zur Verfügung genutzt, die nun endlich ausreichend Platz für Ihre Arbeit hat.

  

--> Bilder vom Bau

Für die geplante neue Remise des Gerätehauses Waldenau wurden in diesem Jahr auch endlich die notwendigen Gelder bewilligt, so dass auch hier die Ausschreibung Ende des Jahres erfolgen konnte. 

 

2006 bis heute 

2006: Der Monat Februar bescherte uns nach längerer Pause einmal wieder einen dramatischen Wohnungsbrand. Im von-Ahlefeldstieg konnte eine Frau nur knapp aus ihrer brennenden Wohnung gerettet werden. Die schwer verletzte Frau wurde ins Krankenhaus nach Hamburg gebracht und überlebte glücklicherweise. --> Einsatzbericht

Nur zwei Tage später wurde das Vereinsheim eines Tennisclubs ein Opfer der Flammen. Besonders tragisch war dies, da das Gebäude auch für die Jugendarbeit in Pinneberg Nord benutzt wurde. --> --> --> --> Einsatzbericht.

Im April konnte endlich mit den Arbeiten für die neue Remise des Gerätehauses in Waldenau begonnen werden. Die drei Einsatzfahrzeuge konnten in einer alten Halle in der Nienhöfener Straße untergebracht werden.


Alte Halle auf dem ehemaligen EDEKA-Gelände

Nach dem Abriss der alten Remise wurde zügig mit dem Bau der neuen Fahrzeughalle begonnen. Im Rahmen des des Erntedankfestes konnte dann nach knapp sechs Monaten Bauzeit die offizielle Einweihung gefeiert werden. 


Abriss der alten Remise


 

 

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Oktober 2006 - Die neue Fahrzeughalle ist im Dienst.

Unser Beitrag zum Erntedankumzug wieder mit den Bekleidungen ganzer Epochen.

Tag der offenen Tür: Im "Rauchzelt" konnte jeder einmal die Erfahrung machen, wie hilflos man ohne Sicht sein kann. 

Weitere Links: 
Um-/Neubau der Remise
Tag der offenen Tür / Erntedankfest

Am 20.04.2006 um 18:27 wurde ein Alptraum wahr: Feuer im Pinneberger Krankenhaus! In einem Zimmer eines sich im Umbau befindliches Gebäudetraktes war ein Feuer ausgebrochen, welches sich auf das darüber liegende Dach ausbreitete. Glücklicherweise konnte das Feuer eingedämmt werden bevor es sich weiter ausbreitete. Eine vorbereitete Evakuierung des Krankenhauses war daher nicht notwendig. 
--> Einsatzbericht
Ein echtes Highlight des Jahres war die Indienststellung unserer neuen Schutzbekleidung sowie der neuen Schutzhelme. Nachdem sich eine Arbeitsgruppe über mehrere Jahre hinweg mit der Thematik intensiv auseinander gesetzt hatte, konnte nun endlich unsere 15 Jahre alte Bekleidung durch eine Innovation ersetzt werden. Als erste kommunale Feuerwehr in Deutschland konnten wir eine Schutzbekleidung aus der Kunstfaser PBI-Gold in Dienst stellen.

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2007: Das Jahr begann mal wieder mit einem Paukenschlag: Bereits ab dem 16. Januar warnte der Deutsche Wetterdienst vor dem Orkantief "Kyrill". Zwei Tage später war es dann soweit: Kyrill tobte über ganz Deutschland! Es sollte der wohl schwerste Orkan seit mindestens 20 Jahren werden. Ganze Wälder wurden zerstört, die Deutsche Bahn stellte in mehreren Bundesländern den Betrieb komplett ein, mehrere Menschen kamen zu Tode.
Die Stadt Pinneberg war am 18. Januar ab 15:26 Uhr betroffen. Zum Glück tobte der Orkan hier nicht ganz so heftig - die Feuerwehr hatte "nur" 16 Einsatzstellen bis zum 19. Januar abzuarbeiten. 
--> Einsatzbericht

Das nächste Unwetter aus der mittlerweile schon üblichen Reihe "Wasser" erwartete uns am 20. Juni. Von 16:34 Uhr bis gegen 23:00 Uhr mussten 99 Einsätze abgearbeitet werden. Diesmal besonders betroffen war die Innenstadt, wo das Wasser in zahlreiche Geschäfte eindrang. 
--> Einsatzbericht

Zwei Großfeuer in Pinneberg sowie vier nachbarschaftliche Löschhilfen bei Großfeuern bescherte uns dieses Jahr. Im von Ahlefeldstieg brannte am frühen Morgen des 5. August der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses. Personen wurden zum Glück nicht verletzt. --> Einsatzbericht

Am Sonntag, dem 4. November, lösten um 2:24 Uhr die Meldeempfänger aus. "Gebäudebrand in voller Ausdehnung - vermutlich noch Personen im Gebäude" lautete die Meldung. Vier Personen konnten durch Atemschutztrupps schnell gerettet werden, die Katze der Familie kam in den Flammen leider um. --> Einsatzbericht

Zur Unterstützung bei Großfeuern wurden wir in diesem Jahr dreimal nach Wedel sowie einmal nach  Appen alarmiert. Am 30. Januar brannte in Wedel eine Notunterkunft, am 27. Oktober brannte eine Wohnung im 3. OG eines überwiegend von Studenten bewohnten Hochhauses und am 30. Oktober brannte eine einsam im Wald gelegene Villa in voller Ausdehnung (--> Einsatzbericht). Die Freiwillige Feuerwehr Appen rief uns am 17. November zur Unterstützung bei einem Dachstuhlbrand (--> Einsatzbericht).

Damit wurden im Jahr 2007 428 Einsätze abgearbeitet. Das ist nach dem Jahr 1995 der bisher zweithöchste Wert in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg!

In diesem Jahr konnten wir endlich die immer wieder verschobenen Fahrzeugersatzbeschaffungen tätigen. Im April wurde das neue TLF 20/40-SL als Ersatz für das TLF 24/50 aus dem Jahre 1984 in Dienst gestellt. Gemäß des Ersatzbeschaffungsplanes aus dem Jahr 2002 hätte dieses Fahrzeug bereits 2004 geliefert werden sollen. Mit dem TLF 20/40-SL hat auch eine neue Technik bei der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg Einzug gehalten: CAFS (Compressed Air Foam System = Druckluftschaum). Hierbei wird dem Wasser in einer geringen Dosis Schaummittel zugemischt ( ~ 0,3%) sowie Druckluft. Dadurch erhöht sich die Wurfweite enorm, die Schläuche sind leichter und die Hitzestrahlung lässt wesentlich schneller nach. Durch Einsatz von CAFS bleibt ein Schaumfilm über den Brandnestern liegen und wir verursachen noch weniger Wasserschaden.

Im Oktober konnte dann das Waldenauer  LF 8 aus dem Jahre 1985 gegen ein modernes LF 10/6 ausgetauscht werden. Auch dieses Fahrzeug wurde mit zwei Jahren Verspätung in Dienst gestellt. Das LF 10/6 ist ebenfalls mit einer CAFS-Anlage ausgestattet.

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2008: Ein großes Thema in Feuerwehrkreisen ist seit einiger Zeit der Mitgliederbestand. Vielerorts stehen den Wehren nicht mehr genug aktive freiwillige Feuerwehrleute zur Verfügung. Viele Aktionen zur Mitgliedergewinnung wurden landesweit gestartet. Insbesondere Frauen standen im Mittepunkt der Werbeaktionen. Beispielhaft sei hier die Aktion "Frauen an den (Brand-)Herd" des DFV genannt. Bei der  Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg ist die Tendenz glücklicherweise genau andersherum. Zum Ende des Jahres 2008 ist die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg auf insgesamt 149 Mitglieder angewachsen! Das sind neun mehr als im Vorjahr! Davon stehen allein 101 aktive Kameraden sowie weitere sechs Reservisten zur Verfügung. Die Jugendfeuerwehr hat, wie schon in den ganzen letzten Jahren, einen stabilen Bestand von 21 Kameradinnen und Kameraden.
 
Durch die Nähe zur Großstadt Hamburg ist vielen Einwohnern nicht bekannt, dass der abwehrende Brandschutz in der Stadt Pinneberg ausschließlich durch freiwillige Einsatzkräfte gewährleistet wird. Um mit diesem Missverständnis ein wenig aufzuräumen, wurde im September ein ganze Woche lang mit Stelltafeln, Ausstellungen und Brandschutztipps in der Rathauspassage eine Aktion unter dem Motto "Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit" durchgeführt. 
Zum Abschluss dieser sehr erfolgreichen Woche gab es dann auch wieder einen Tag der offenen Tür an der Hauptfeuerwache. Für den stellvertretenden Wehrführer, Kai Halle, gab es noch eine besondere Überraschung: Der Kreiswehrführer Bernd Affeldt übereichte ihm das Deutsche Feuerwehr Ehrenkreuz in Silber. 

Etwas ausführlicher ist diese Woche hier beschrieben.

Eine ganz besondere Ausbildungsveranstaltung für unsere Atemschutzgeräteträger konnte im Oktober organisiert werden. Durch gute persönliche Kontakte erhielten wir die Möglichkeit, bei der Deutschen Marine in Neustadt an der Ostsee an einer Einsatzübung "Schiffsbrandbekämpfung" auf der ehemaligen Fregatte "Köln" zusammen mit einem Ausbildungslehrgang der Marine teilzunehmen. Die Enge und auch die entzündeten Gasfeuer in dem Schiff sowie natürlich insbesondere auch die zu beachtenden Besonderheiten der Schiffsbrandbekämpfung stellten die Kameraden vor ganz ungewohnte Herausforderungen. Einen ausführlichen Bericht gibt es hier.

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2009: Es sehr ruhiges Jahr liegt hinter uns. Die gut 300 in aller Regel sehr unspektakulären Einsatzen liegen im langjährigen Mittel. Die weiterhin gute Situation bei der Anzahl unserer Mitglieder führt dazu, dass der Vorstand sich nicht mehr in der Lage sieht, Ausnahmen von unserem schon lange bestehenden Aufnahmestopp für externe zu machen. Es werden bereits seit vielen Jahren nur noch Mitglieder der eigenen Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr aufgenommen sowie auch Kameraden anderer Wehren, die umzugsbedingt nach Pinneberg gekommen sind. Aufnahmegesuche bislang feuerwehrfremder Personen müssen leider abgelehnt werden. Dies führt in diesem Jahr erstmals zu Unruhe in der Wehr.

Die Serie der Ersatzbeschaffungen unserer Einsatzfahrzeuge setzt sich fort: Im Januar kommt das neue HLF 20/16 für den Standort Waldenau. Wiederum ein Fahrgestell von Mercedes-Benz mit einem Ziegler Aufbau. Trotz Finanzkrise ist es der Stadt Pinneberg gelungen, die notwendigen Gelder für die Ersatzbeschaffungen für das LF 16 und das TroTLF 16 in den Haushalt einzustellen. Somit konnte der Ausschuss "Fahrzeugbeschaffung" in diesem Jahr die Beschaffung gleich zweier neue Fahrzeuge betreuen. Eine nicht unerhebliche Belastung des auch in diesem Jahr viel gelobten Ehrenamtes!
 

Zu einem für uns eher gewöhnlichen, für viele Bewohner der Stadt Pinneberg aber dramatischen Einsatz wurden wir am 31. Juli um 15:36 Uhr alarmiert. Durch den Versuch, Unkraut mit einem Gasbrenner zu entfernen, war der hölzerne Anbau an dem "Altpinneberger Bürgerhaus" an der Ecke Verbindungsstraße / Fahltskamp in Brand geraten. In dem Gebäude waren das Samlandmuseum, die Kreisgemeinschaft Fischhausen sowie die AWO untergebracht. Durch den Rauch, der durch das Gebäude zog, wurden viele Ausstellungsstücke stark beschädigt. Hier der Einsatzbericht.

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