Helfen Sie uns helfen

Feuerwehr kam nicht durch - Pkw versperrte den Weg
1 Toter - Drehleiter blieb stecken

Solche oder ähnliche Überschriften kennt wohl jeder aus seiner Tageszeitung. Damit es nicht soweit kommt, können Sie uns helfen! Durch bewusstes Handeln unterstützen Sie den Rettungsdienst, die Hilfsorganisationen und die Feuerwehr bei der Erfüllung ihrer Aufgaben, die nur erfüllt werden können, wenn sie zügig und sicher am Einsatzort ankommen. Hierfür wollen wir Ihnen nachfolgend ein paar Tipps und Hinweise geben.

Parken bzw. Halten

Parken bzw. Halten Sie nur dort, wo es erlaubt ist, Verbote werden nicht zum Spaß ausgesprochen, sondern haben einen Sinn. Die folgenden Bilder zeigen dies sehr eindeutlich. Das Fahrzeug steht in einer sehr engen Straße im Stadtgebiet im Parkverbot. Unser TLF24/50 würde hier nur mit großer Vorsicht vorbei kommen. Bei Fahrerdiensten haben wir die Zeit, durch solche Engpässe zu manövrieren, doch wenn am Ende der Straße Menschen auf dem Balkon stehen und auf Rettung warten, sieht die Situation ganz anders aus.


An Einmündungen und Kreuzungen gilt ein absolutes Haltverbot. Dieses Halteverbot gilt bis zu einer Entfernung von 5 Metern vom Scheitelpunkt der Einmündung oder Kreuzung. Als Richtwert kann hier eine Fahrzeuglänge angenommen werden. Das Taxi unten versperrt die Einfahrt für Lkw in die Spielstraße.


Das abwechselnde Parken auf der linken und rechten Straßenseite hat zur Folge, dass häufig an den Wechselpunkten die Abstände für Lkw zu gering sind. Wo ein Pkw durchkommt, passen die Lkw der Feuerwehr nicht unbedingt durch.


Deshalb gilt: Schauen Sie nach dem Abstellen ihres Kraftfahrzeuges die Parksituation an, bevor Sie sich von Ihrem Auto entfernen. Bedenken Sie, Feuerwehrfahrzeuge sind breiter und nicht so wendig wie Ihr Pkw.


Feuerwehrzufahrten frei halten

Feuerwehrzufahrten und Feuerwehrstellflächen sollen den Rettungskräften ermöglichen, möglichst dicht an die Gebäude heranzukommen um hier ohne Behinderung agieren zu können. In einem Brandfall ist die Drehleiter für die Bewohner ein Rettungsweg und für die Einsatzkräfte ein Angriffsweg. In Zufahrten darf weder geparkt noch gehalten werden. Sie sind immer frei zuhalten! Bei Zuwiderhandlung kann die Polizei das Entfernen des Fahrzeugs veranlassen.


Der Pkw darf hier nicht abgestellt werden. Im Notfall könnte kein Rettungsfahrzeug zur Rückseite des Mehrfamilienhauses gelangen. Auf den obigen Bildern ist die Feuerwehrzufahrt noch mit alten Schildern gekennzeichnet. Zusätzlich ist die Zufahrt als Sperrfläche auf dem Straßenpflaster markiert. Ganz rechts ist ein heutiges Schild abgebildet, welches eine Feuerwehrzufahrt kennzeichnet.

Einsatzfahrzeuge mit Sonderrechten, was nun?

Bei zahlreichen Einsatzfahrten mit Sonderrechten, stellen wir immer wieder fest, dass Autofahrer aber auch Fußgänger und Radfahrer überfordert sind und nicht genau wissen, wie Sie sich verhalten sollen, um den Einsatzkräften ein zügiges durchkommen zu ermöglichen.

Damit Sie sich richtig verhalten können, müssen Sie uns, die Feuerwehr sowie Polizei, Rettungsdienst und die Hilfsorganisationen erst einmal rechtzeitig wahrnehmen.

Wir tun unser möglichstes. Die Fahrzeuge sind mit Blaulicht, Martinhorn, Springlicht und Frontblitzern ausgerüstet, um auf sich aufmerksam zu machen. Sie müssen dafür Ihr Autoradio so regeln, dass Sie Warnsignale hören können. Ein regelmäßiger Blick in den Rückspiegel ermöglicht frühzeitiges Erkennen von Einsatzfahrzeugen.

Wie Sie sich weiterhin verhalten sollen ist für Autobahnen klar geregelt. Auf zweispurigen Bahnen wird eine Rettungsgasse in der Mitte gebildet. Bei einer dreispurigen Autobahn wird diese Gasse zwischen der linken und der mittleren Spur gebildet.


Fahren Sie bei einem Stau nicht zu dicht auf das Fahrzeug vor Ihnen auf. Lassen Sie einen Abstand der Ihnen die Möglichkeit lässt, der Situation entsprechend zu agieren.

Auf Landstraßen und im innerörtlichen Straßenverkehr ist das Verhalten der Autofahrer gegenüber Fahrzeugen mit Sonderrechten nicht so klar geregelt. Grundsätzlich sollte man die Gesamtsituation einschätzen die sich ergibt und dann sein Verhalten der Situation anpassen.
  • Führen Sie alle Manöver bedacht aber entschlossen durch. Die anderen Verkehrteilnehmer müssen Ihr Verhalten erkennen können
  • Halten Sie Kreuzungen frei
  • Ob sie Rechts ran, auf den Bürgersteig oder weiterfahren ist abhängig von der Situation.
  • Wenn Sie keinen Platz machen können, fahren Sie zügig weiter und ermöglichen das Überholen bei der nächsten Gelegenheit
  • An roten Ampeln kann es nötig sein, trotz Anhaltezeichen in die Kreuzung zu fahren, um eine Spur frei zu machen. In diesem Fall äußerst vorsichtig in die Kreuzung hineintasten und auf Gegenverkehr und Fußgänger achten.
  • Bleiben Sie an Ampeln stehen, auch wenn diese für Sie grün zeigt.
  • Nachdem die Einsatzfahrzeuge vorbei gefahren sind achten Sie auf den übrigen Verkehr, bevor Sie Ihre Fahrt fortsetzen.
Anfahrt zu einem Feuer am Thesdorfer Weg aus dem ELW 2 heraus aufgenommen

Unterflurhydranten

Auch in der heutigen Zeit ist Wasser noch immer das Löschmittel Nummer Eins. Die Fahrzeuge der Feuerwehr Pinneberg führen insgesamt über 10 m³ Löschwasser mit. Trotzdem sind wir auf das Benutzen der öffentlichen Trinkwasserversorgung angewiesen. Deshalb achten Sie darauf, dass Sie Unterflurhydranten nicht zuparken. Erkennen tun Sie diese Löschwasserzapfstellen an den ovalen gusseisernen Deckeln im Fahrbahnbelag oder Bürgersteig. Weiße Schilder mit einem roten Rand weisen auf die Hydranten hin. Anhand der Zahlen auf den Schildern lesen die Einsatzkräfte die genaue Position der Hydrantendeckel ab. Aber nicht nur das Parken bereitet Probleme, genauso sorgen abgelegter Sperrmüll, Baustofflieferungen oder zerstörte Hinweisschilder immer wieder für Verzögerung beim Aufbau der Löschwasserversorgung.


Hausbesitzer sollten dafür sorgen, dass die Hinweisschilder immer gut sichtbar sind. Die Hydrantendeckel sind im Sommer genauso wie im Winter frei zuhalten. Dadurch tragen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit bei. Blaue Golf IV werden in Pinneberg nicht häufiger als anderswo gesetzeswidrig abgestellt, sondern die Bilder sind zur Veranschaulichung gestellt worden.