#20170253 Brennt Tennishalle

Daten

  • Einsatzzeit

    Donnerstag, 10. August 2017, 14:15

  • Einsatzort

    Holzkoppel, Schenefeld

  • Alarmierungsstichwort

    FEU 3

  • vorgefundene Lage

    Brennt Tennishalle

  • Einsatzdauer

    5 Stunden, 15 Minuten

  • eingesetzte Fahrzeuge

    PKW, ELW 2, MZF-Bahn, MTW-1, DLK 23-12, HLF 20/16-2, WLF, AB-AS

  • eingesetztes Personal

    21

  • Bemerkungen

    Nachbarschaftliche Löschhilfe für die Feuerwehr Schenefeld.

Einsatzbericht

FW-PI: Schenefeld: Abschlussmeldung Großfeuer in Sport- und Tenniscenter
+++ Einsatz nach 24 Stunden beendet
+++ Kommunale Feuerwehrbereitschaft erstmals in großem Maße eingesetzt


11.08.2017 – 15:04

Pinneberg (ots) - Schenefeld: Abschlussmeldung Großfeuer in Sport- und Tenniscenter +++ Einsatz nach 24 Stunden beendet +++ Kommunale Feuerwehrbereitschaft erstmals in großem Maße eingesetzt Datum: Donnerstag, 10. August 2017, 13.54 Uhr Eisatzort: Schenefeld, Holzkoppel Einsatz: FEU 7 R0 (Feuer, sieben Löschzüge, 3-6 verletzte Personen)

Schenefeld - Nach jetzt fast 24 Stunden sind die Nachlösch- und Aufräumarbeiten der Feuerwehr beim Großfeuer in Schenefeld abgeschlossen. Gegen 12 Uhr war am heutigen Freitag auch das letzte erkennbare Glutnest im vorderen Gebäudetrakt des Tennis- und Sportcenters zur Straße Holzkoppel hin erstickt. Die Schenefelder Kräfte hatten hier noch ein letztes Mal einen Innenangriff gewagt, um die schwer zu erreichende Stelle endgültig zu entschärfen. Anschließend galt es, die Schlauchleitungen aufzunehmen.

Insgesamt waren mehr als 420 größtenteils ehrenamtliche Kräfte von diversen Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk, der Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein, Schutz- und Kriminalpolizei im Einsatz gewesen. In der Spitze waren es rund 250 Kräfte zeitgleich. Der Schenefelder Wehrführer Tomas Berens wurde von der Technischen Einsatzleitung des Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg sowie von Kreiswehrführer Frank Homrich und dessen Stellvertreter Stefan Mohr unterstützt. Auch die Schenefelder Bürgermeisterin Christiane Küchenhof machte sich vor Ort ein Bild.

Es war eines der größten Feuer, die es bislang im Kreis Pinneberg gegeben hat. Erstmals wurde im großen Maß das System der Kommunalen Feuerwehrbereitschaften genutzt, um Personal durchzutauschen. Die Einsatzstelle wurde um 13.31 Uhr an die Polizei übergeben. Diese übernimmt die Ermittlungen zur Brandursache. Das Großfeuer war am Donnerstag um 13.54 Uhr gemeldet worden. Der Brand hatte sich sehr schnell über die zwölf Tennisplätze umfassende hintere Halle in Leichtbauweise sowie den massiv gemauerten Trakt mit Badminton-, Squash- und Fitnessbereich sowie Restaurant und Nebenräume ausgeweitet. Es wurden zwei Personen verletzt, eine davon schwer. Zudem musste ein Feuerwehrkamerad zwischenzeitlich wegen Kreislaufproblemen behandelt werden; er verblieb aber an der Einsatzstelle.

Der gesamte Komplex hat eine Grundfläche von mehr als 9000 Quadratmetern und erstreckt sich auf einer Länge von rund 250 Metern zwischen den Straßen Holzkoppel und Blankeneser Chaussee parallel - in zweiter Reihe - zum Osterbrooksweg. Nördlich zum Osterbrooksweg hin schließt sich eine Bebauung mit mehreren Hallen verschiedener Unternehmen, hauptsächlich aus der Kfz-Branche, an. Südlich liegen bis zur Landesgrenze landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Das größte Problem der Anfangsphase war, sich auf diesem großen Gelände einen vernünftigen Überblick zu verschaffen. Die Prioritäten lagen dabei in dieser Reihenfolge auf Menschenrettung, Schutz der Nachbargebäude und Ablöschen des Feuers. Die Tennishalle war bereits beim Eintreffen der ersten Kräfte fünf Minuten nach der Alarmierung nicht mehr zu halten gewesen. Die beiden vorrangigsten Aufgaben wurden indes erfolgreich gemeistert. Die Gebäude der am Osterbrooksweg ansässigen Betriebe wurden alle gehalten und damit erhebliche Sachwerte erhalten. Es kam lediglich zu leichten Schäden. Außerdem brannten zehn Gebraucht-Pkw ganz oder teilweise aus; 13 wurden von der Feuerwehr geborgen. Die Tennishallen in Richtung Blankeneser Chaussee stürzten bereits am frühen Nachmittag teilweise ein. Die Löscharbeiten in diesem Bereich konnten bis in die Abendstunden abgeschlossen werden. Hier unterstützte das Technische Hilfswerk mit zwei Radladern, welche Blechplatten von Dach und Wänden wegzogen, um Brandnester frei zu legen. Wesentlich schwieriger gestalteten sich die Arbeiten im massiv gemauerten Fitnessbereich. Das Gebäude ist mehrfach erweitert worden. Trotz erheblicher Einsturzgefahr wagte die Feuerwehr mehrfach Versuche, im Innenangriff das in Zwischendecken festsitzende Feuer zu löschen. Dieses mussten aber wegen der Gefahr für die Einsatzkräfte jeweils abgebrochen werden. Letztlich blieb nur die Lösung, in der Nacht mit dem Bagger eines Privatunternehmers die Außenwände einzureißen. In diesem Bereich wurde auch massiv Löschschaum eingesetzt, um einen besseren Löscherfolg zu haben.

Gegen 3.30 Uhr wurden die letzten auswärtigen Kräfte aus dem Einsatz entlassen. Es verblieb eine Brandwache vor Ort. Gegen 9 Uhr wurde diese auf 15 Kräfte aufgestockt, um dann noch einmal mit Hilfe des Baggers die letzten Nachlöscharbeiten in Angriff zu nehmen.

Der ABC-Dienst/Löschzug Gefahrgut Pinneberg sowie auch Hamburger Kräfte haben Rauchgasmessungen vorgenommen. Außerhalb der eigentlichen Einsatzstelle wurden aber keine erhöhten Werte gemessen. Trotzdem wurde die Bevölkerung über die Smartphone-Apps NINA und Katwarn bis in die Abendstunden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Den Einsatz in Zahlen zu fassen ist schwierig. Es wurden geschätzt mehr als fünf Kilometer Schlauchleitungen verlegt. Die Wasserversorgung wurde über Hydranten aus dem öffentlichen Netz sowie einer Zisterne auf dem XFEL-Gelände sicher gestellt. Wegen des umfassenden Atemschutzbedarfs wurden alle entsprechenden Gerätewagen und Abrollbehälter der kommunalen Wehren des Kreises und des Kreisfeuerwehrverbandes eingesetzt. Wieviele Atemluftflaschen verbraucht wurden, lässt sich derzeit nicht beziffern.

Das Deutsche Rote Kreuz stellte zuverlässig die Verpflegung mit Kaltgetränken und einer Zwischenmahlzeit sicher. 300 Portionen Wurstgulasch wurden ausgegeben, dazu zahlreiche Schokoriegel für den kleinen Hunger zwischendurch.

Zur Ablösung der erschöpften Feuerwehrkräfte wurden nach und nach die Züge Nord, West und Ost der Kommunalen Feuerwehrbereitschaft eingesetzt. Diese umfassen pro Zug jeweils ein Löschfahrzeug mit neun Kräften aus vier oder fünf Gemeinden. So wird sichergestellt, dass trotzdem der Grundschutz in allen Gebieten des Kreises aufrecht erhalten wird.


Kräfte - Feuerwehren Schenefeld, Halstenbek, Pinneberg, Hamburg, Wedel, Elmshorn und Rellingen sowie die Kommunale Feuerwehrbereitschaft mit den Zügen Nord (Seeth-Ekholt, Kölln-Reisiek, Klein Offenseth-Sparrieshoop, Barmstedt und Bilsen), West (Uetersen, Klein Nordende, Tornesch, Prisdorf) und Ost (Ellerbek, Tangstedt, Bönningstedt, Quickborn) sowie Sondermodul Abrollbehälter (Borstel-Hohenraden) - Deutsches Rotes Kreuz (Betreuungsgruppen) - Technisches Hilfswerk (Ortsverbände Barmstedt, Pinneberg, Hamburg-Altona) - Rettungsdienst RKiSH - Polizei - Strom- und Gasversorger - Bauhof Schenefeld

Rückfragen bitte an:

Kreisfeuerwehrverband Pinneberg
Kreispressewart
Michael Bunk

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Bremsflüssigkeit ausgetreten

(Donnerstag, 10. August 2017, 19:00)

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Notfall Tür verschlossen

(Donnerstag, 10. August 2017, 10:22)