Einsatznummer:
259/2022
Einsatzzeit:
11. Mai 2022, 21:16 Uhr
Einsatzort:
Rehmen
Stichwort:
Feuer (Standard)
Einsatzdauer:
3 Stunden 6 Minuten
Mannschaftsstärke:
24
Fahrzeuge:
ELW 2, 1. MTW, LF 20/16-P, 1. HLF 20/16, GW-N, DLAK 23-12, KdoW

Einsatzbericht

Um 21:16 wurde die Nachtschleife 2 alarmiert zu einem Zimmerbrand in dem ehemaligen DRK Seniorenheim im Rehmen hinter der Wasserskiarena alarmiert. Die Örtlichkeit ist uns schon von früheren Einsätzen bekannt und von daher nicht zu unterschätzen. Insbesondere die Randlage des Objektes bezüglich der Wasserversorgung galt es frühzeitig in die einsatztaktischen Entscheidungen einzubeziehen. Der Löschzug mit zwei wasserführenden Löschgruppenfahrzeugen, Drehleiter (DLK) und dem Gerätewagen Nachschub rückten unter der Leitung vom Einsatzleiter vom Dienst (EvD) aus.

Rückmeldung auf Sicht, Feuerschein im Objekt erkennbar

Eine erste Rückmeldung der Lage auf Sicht durch den EvD Kuhlmann bestätigte das Stichwort der Alarmierung. Durch das dichte Buschwerk konnte der Feuerschein im ersten Obergeschoss in dem Objekt wahrgenommen werden. Alle Atemschutztrupps auf den Fahrzeugen rüsteten sich schon auf der Anfahrt vollständig aus um vor Ort keine Zeit zu verlieren. Die Zuwegung gestaltete sich schwierig da seit Jahren die Liegenschaft ungenutzt steht und die Natur sich entwicklen konnte. Die Einzäunung wurde mittels Bolzenschneider geöffnet. Das ersteintreffende Hilfeleistungslöschfahrzeug stellte den ersten Angriffstrupp und sorgte für einen Löschangriff frontal zur Brandwohnung sowie die Stellung eines Rettungstrupp falls es zu einem Unfall mit dem Angrifftrupp kommen sollte. Die Besatzung der DLK sollte die Möglichkeit erkundschaften diese effektiv einsetzen zu können. Musste aufgrund des Zustand des Grundstück und der Lage der Brandwohnung aber den Einsatz ihres Gerätes verwerfen und wurde unterstützend in den Einsatz des Löschangriff eingebunden. Der Löschangriff musste über tragbare Leitern von einem Vorbau in Bungalowbausweise in die Brandwohnung vorgenommen werden. Die Angriffstrupps mussten dafür ihr Gerät und die Schutzausrüstung mit Muskelkraft über die Steckleitern emporsteigen. Mit Hochdruckschaum wurde sehr schnell ein erster Löscherfolg erzielt der die Flammenwucht reduziert hatte. Allerdings kam es aufgrund der enormen Hitze und der Verbrennungsgase zu einer Durchzündung in der Wohnung, die am äußeren Ende des Objektes lag. Schlagartig war die Wohnung im Bereich der Strassenfront im Vollbrand. Durch die inzwischen eingetroffenen weiteren Kräfte des zweiten Löschgruppenfahrzeug konnte der Schaumangriff massiv ausgeweitet und das Feuer innerhalb weniger Minuten kontrolliert werden. Nach einer viertel Stunde war das Feuer soweit unter Kontrolle das keine Ausbreitungsgefahr merh ausging. Zur Eigensicherung der Einsatzkräfte war ein Rettungswagen der RKiSH über den gesamten Einsatzverlauf in Bereitstellung. Die Nachlöscharbeiten und die Kontrolle der umliegenden Bereiche der Wohnung zog sich noch über einen längeren Zeitraum hin. Aufgrund der vorgerückten Stunde wurde die Einsatzstelle und der Arbeitsbereich der eingesetzten Kräfte durch Flutlichtmasten auf den Fahrzeugen sowie mobile Masten ausgeleuchtet. Die Nachbarwohnung sowie die Verkleidung der Wände mit der Isolierung musste kontrolliert und partiell zum Ablöschen geöffnet werden. Nach dem die primäre Gefahr in der Brandwohnung beseitigt war wurden von weiteren drei Atemschutztrupps die gesamten weiteren Räumlichkeiten vom zweiten Obergeschoß bis in den verwinkelten Keller begangen um eventuell sich im Objekt befindliche Personen zu suchen und ins Freie zu bringen. Dafür musste mit schwerem technischen Gerät durch den ehemaligen und nun verbarrikadierten Eingangsbereich ein Zugang geschaffen werden. Mit zwei Hochdrucklüfter wurde der Rauch aus dem Objekt gedrückt um die Sicht zu verbessern, die Suche nach Personen zu erleichtern und um die giftigen Gase zu reduzieren in dem Gebäude.

Nach dem das Objekt überprüft und mit Sicherheit keine Person mehr in dem Gefahrenbereich war konnte der Einsatz beendet werden. Nach langwierigem Rückbau, groben säubern der Gerätschaften, Einsatzfahrzeuge und der persönlichen Schutzausrüstung rückten kurz vor Mitternacht die 24 eingesetzten ehrenamtlichen Retter von denen zehn unter Atemschutz im Einsatz waren wieder in die Feuerwache in der Innenstadt ein. Die Einsatzstelle wurde zur Untersuchung von der Kriminalpolizei beschlagnahmt und das Grundstück mittels Bauzaun vom Notdienst des kommunalen Servicebetrieb der Stadt Pinneberg wieder verschlossen.

Organisierung der Umfangreichen Suche und Überwachung mittels Objektplan

Angrifftrupp mit CAFS Schaum am löschen.

Angrifftrupp beim Ausrüsten. Schutzkleidung muss dicht und sicher sitzen.

Einsatzstelle mit Löschfahrzeugen und RKiSH

Brandwohnung im Vollbrand