Einsatznummer:
26/2023
Einsatzzeit:
25. Januar 2023, 21:57 Uhr
Einsatzort:
Im Bans
Stichwort:
Feuer, größer als Standard, Menschenleben in Gefahr
Einsatzdauer:
5 Stunden 38 Minuten
Mannschaftsstärke:
56
Fahrzeuge:
ELW 2, 1. MTW, TLF 20/40-SL, LF 10/6, LF 20/16-P, 1. HLF 20/16, 2. HLF 20/16, RW 2, WLF, AB-AS, GW-N, DLAK 23-12, KdoW, LF 20-L

Einsatzbericht

Um kurz vor 22:00 Uhr gestern Abend wurden die ersten Kräfte der Hauptfeuerwache zu einem Wohnungsbrand in einem sechsstöckigen Mehrfamilienhaus alarmiert. Als das erste Hilfeleistungslöschfahrzeug nur wenige Minuten nach der Alarmierung an der Einsatzstelle eintraf, schlugen die Flammen bereits weit aus mehreren Fenstern. In der Zwischenzeit waren auch weitere Notrufe bei der Leitstelle eingegangen und Anwohner schilderten, dass es zu einem explosionsartigen Knall gekommen sei. Das Alarmierungsstichwort wurde auf „FEUGY“ – Feuer, größer als Standard, Menschenleben in Gefahr – erhöht und umgehend Vollalarm für die Feuerwehr Pinneberg ausgelöst. Nach und nach trafen in kurzen Abständen weitere Einsatzfahrzeuge ein und unser Einsatzleiter ließ von außen zwei Strahlrohre einsetzen um einen Flammenüberschlag auf die über der Brandwohnung liegende Etage zu verhindern. Außerdem wurde die Drehleiter in Stellung gebracht. Die eigentliche Brandbekämpfung wurde im Innenangriff unter Atemschutz vorgenommen.

Die Bewohnerin der Wohnung konnte diese gerade noch selbstständig verlassen und wurde von unseren Einsatzkräften zur Behandlung an den Rettungsdienst übergeben. Sie sowie eine weitere Person mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation wurden durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht.

Bei der Brandbekämpfung kamen mehr als 20 Atemschutzgeräteträger, die das Feuer mit Druckluftschaum bekämpften zum Einsatz. Nach ca. einer Stunde konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden und es folgten umfangreiche Nachlöscharbeiten. Parallel dazu wurde das gesamte Mehrfamilienhaus durch die Stadtwerke vom Gas- sowie Fernwärmenetz getrennt. Beides konnte später zum Teil wieder in Betrieb genommen werden. Die aufwendigen Nachlöscharbeiten in der komplett ausgebrannten Wohnung dauerten mehr als zwei Stunden und konnten nur unter Atemschutz durchgeführt werden.

Zur Betreuung der Bewohner sowie zur Versorgung der Einsatzkräfte wurde das DRK alarmiert. Zusätzlich wurden zwei Linienbusse angefordert in denen sich die Bewohner bei den Temperaturen knapp unter 0°C aufwärmen konnten. Im weiteren Verlauf konnte ein Teil der Bewohner in die Wohnungen zurückkehren, andere kamen bei Nachbarn, Familie oder Freunden unter. Außerdem wurde durch die ebenfalls an der Einsatzstelle anwesende Bürgermeisterin eine vorübergehende Unterbringung in einem Hotel organisiert.

Trotz des Einsatzes von Druckluftschaum konnte ein Wasserschaden in den unter der Brandwohnung liegenden Wohnungen nicht komplett verhindert werden. Hier kam ein Wassersauger in zwei Wohnungen zum Einsatz. Außerdem wurde durch den Versorger die Heizung wieder in Betrieb genommen und die Bewohner konnten zum größten Teil in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die Nachlöscharbeiten zogen sich noch bis kurz nach zwei Uhr hin und das letzte unserer Einsatzfahrzeuge konnte um 02:48 Uhr die Einsatzstelle verlassen. Die Brandwohnung wurde an die Polizei übergeben und das Gebäude an die Hausverwaltung. Nach dem alle Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht wurden, endete dieser Einsatz für uns um 03:35 Uhr und die Nacharbeit geht heute mit dem Reinigen der Schutzkleidung und den Gerätschaften weiter.

Weitere Informationen zu diesem Einsatz können auch den Pressemitteilungen des Kreisfeuerwehrverband Pinneberg sowie der zuständigen Polizeidirektion entnommen werden.

Noch während wir mit den Nachlösch- & Aufräumarbeiten beschäftigt waren, wurden wir zu einem weiteren Einsatz im Stadtgebiet alarmiert.

Fotos: KFV Pinneberg und FF Pinneberg